Mittwoch, 28. März 2018

Von falschen Illusionen




Wisst ihr, seit einiger Zeit beschleicht mich ein komisches Gefühl wenn ich mich in den sozialen Netzwerken so umgucke. Denn irgendwie hat jede_r, der/die dort aktiv ist immer irgendwas zu tun. Da wird von Projekten geschrieben, neuen Ideen, Aufträgen und überhaupt totaler Überarbeitung.

Krank sein kann man sich nicht leisten, weil ja soviel liegen bleibt und nicht warten kann und die neuen Projekte ja nun wirklich mal angeschubst werden müssen. Gefühlt werden um mich herum nur noch Bücher geschrieben, Ideen gelauncht, Erfolge gefeiert.
Und ich? Ich betrachte das alles verwundert von außen. Und komme mir komisch vor.

2017 war stressig


2017 war ein sehr stressiges Jahr für mich. Ich habe tatsächlich in der zweiten Hälfte (dann nämlich, als die Elternzeit meines Mannes vorbei war) eigentlich nur noch gearbeitet. Erfahrungsgemäß werden Kinder ab spätestens Oktober aber dauern krank, so dass es Nachtschicht um Nachtschicht gab und ich sehr auf meinem Zahnfleisch kroch. Als im Dezember alle Aufträge abgearbeitet waren, da war ich froh, mir fiel ein Stein vom Herzen. Endlich Zeit.

Höher, schneller, weiter


Dann kam der Januar, ich setzte mich hin, fing an, an meinem Geburtsbuch zu arbeiten und mich auf unseren Urlaub zu freuen. Klar arbeitete ich meine Aufträge ab, aber mehr unternahm ich nicht. Und daran hat sich bis jetzt auch nichts geändert. Kurz durchzuckt es mich und ich denke: Sollte ich mich nicht kümmern? Sollte ich nicht auch höher, schneller, weiter wollen? Machen alle anderen doch scheinbar auch.


Dienstag, 27. März 2018

Papa bloggt: Mein Sohn redet wie ein Wasserfall



Manchmal, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe, bleibe ich noch ein wenig im Schlafzimmer. Ich höre dann Herrn Annika und dem Runzelfüßchen zu wie sie schlafen. Das Einzige, was ich höre, ist das Atmen. Ich mache das nicht immer, aber manchmal freue ich mich auch, dass sie ruhig sind und ich nur meine eigenen Gedanken im Kopf "höre" und nicht noch meine Kinder. Denn sie reden viel. Vor allem mein Sohn schenkt seiner Schwester nichts, die auch schon sehr gerne redet.

"Das sind halt Jungs"


Ich hab schon öfters gehört, dass Eltern glauben, dass kleine Jungen angeblich weniger reden als Mädchen. Aus meiner Sicht ist das Quatsch, denn mein Sohn redet sehr, sehr gerne. Manchmal erzählt er von Dingen, die er erlebt hat. Das können Dinge sein, die er an dem Tag, an dem Vortag oder vor ein paar Wochen erlebt hat. Ich freue mich auch, wenn ich seine Geschichten verstehe. Eine Geschichte kann dann sehr kurz sein. Die lautet dann einfach "Maya hauen." Dabei guckt er dann traurig und ich weiß dann, dass ihn die Maya (aus seiner Kindergarten-Gruppe) einmal vor ein paar Wochen gehauen hat. Oder er sagt "Hu, geflogen, rollt, startet.". Dabei muss man wissen, dass ein "Hu" ein Flugzeug ist und wir vor kurzem im Urlaub waren.

Immer einer nach dem anderen


Spannend wird es, wenn seine Schwester mir etwas erzählt und Herr Annika mir auch eine Geschichte erzählen will. Dann sagt er solange "Maya hauen" bis ich tatsächlich ihm signalisiere, dass ich ihn verstanden habe. Es macht ihm dabei auch gar nichts aus, dass das Runzelfüßchen ja auch etwas erzählen will. Ich kann mich dann entscheiden, unterbreche meine Tochter, damit mein Sohn aufhört mir etwas zu erzählen. Dabei würde ich dann meine Tochter unterbrechen, die ja auch etwas erzählen will. Oder warte ich ab, bis meine Tochter fertig ist, um dann meinem Sohn zuzuhören. Vermutlich lernt Herr Annika auch irgendwann zu warten, aber im Moment ist seine Geduld noch nicht besonders groß.

Sonntag, 25. März 2018

Wieder Zuhause - das Wochenende in Bildern (mit Gewinnspiel)

Wir sind wieder da! Ein Monat Thailand ist vorbei. Wahnsinn, wie schnell das geht, oder? Wieder zuhause gab es aber direkt ein paar schöne Überraschungen für uns. Und weil das so schön ist gibt es auch etwas für euch zu gewinnen.

Samstag, 24. März. 2018


Ahhh, endlich wieder Brötchen! Ja, da bin ich tatsächlich sehr deutsch, ich liebe gute Backwaren vom Bäcker. Denn ja, in Thailand gibt es keine guten Brötchen. Oder andere Backwaren. Alles ist wahnsinnig süß und klebrig und hat im Zweifelsfall noch irgendeine Füllung mit der niemand rechnet.

Auch ein Samstagsklassiker, der nach der Rückkehr natürlich wieder aufgenommen werden muss. Ein Besuch in der Bibliothek. Wir können allerdings nicht solange bleiben wie geplant, weil es mir nicht so gut geht. Irgendwie befürchte ich, dass ich mir in Thailand was eingefangen habe. Das muss ich Montag wohl beim Arzt checken lassen. Für den Moment bedeutet es aber einfach nur, dass wir wieder nach Hause gehen. Aber immerhin mit neuen Büchern im Gepäck.


Dabei wäre das vielleicht gar nicht nötig. Denn die Nachbarn haben ein Paket für uns angenommen und sind nun auch zuhause. Die Kinder erkennen mittlerweile ganz genau was dieser Aufkleber für sie bedeutet. Nämlich: Neue Bücher von Carlsen. Sie springen um das Paket herum weil sie es natürlich sofort plündern wollen. Seit wir im letzten Jahr dort zu Besuch waren sind meine zwei Leseratten ganz versessen auf diese Pakete. Und auch ich freue mich immer über das Auspacken und Entdecken der neuen Bücher. Es klingelt allerdings noch mal, so dass das Auspacken etwas warten muss.

Dienstag, 20. März 2018

Werbung: Ostern mit Deezer





Ostern waren für mich schon immer tolle Feiertage. Auch ohne religiösen Hintergrund habe ich mich wochenlang darüber vorgefreut. Zum einen, weil es vier freie Tage am Stück bedeuetet und ich Zeit mit der Familie verbringen konnte. Aber auch weil ich in der Regel viel Zeit zum Musik hören an Ostern hatte. Weil auch in den ersten Monaten und Wochen eines neues Jahres viele neue Alben herauskommen, gab es für mich oft ein oder mehrere Alben, die ich besonders oft über die Osterfeiertage gehört. Mit den Kindern hat sich das auch nur wenig geändert, nur das ab und zu auch mal ein Hörspiel oder Musik für Kinder gehört wird.

Karfreitag und das Musikverbot


Wir wohnen in Berlin und die Stadt ist nicht besonders religiös, aber selbst bei uns wir das Musikverbot ernst genommen. In der Regel bedeutet es, dass die Clubs in der Stadt zwischen 4 Uhr morgens und 21 Uhr keine Musik spielen. Aber auch wenn das Tanzverbot nur für Clubs gilt und nicht immer konsequent geahndet wird, am Karfreitag sollte man meiner Meinung, wenn überhaupt, nur ruhig Musik spielen. Vielleicht wäre es ganz schön gar keine Musik zu hören, aber das fällt selbst mir schwer. Relativ ruhig, irgendwo zwischen klassischer Musik und elektronischer Musik ist das neue Album von Niels Frahm "All Melody". 


Klassische Musik und Kirchenmusik


Ich muss zugeben, dass klassische Musik und auch Kirchenmusik für mich vollkommen "Neuland" sind. Aber mir ist schon klar, dass viele Menschen zum Beispiel Passionen an Ostern hören wie die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Aber es gibt auch klassische Musik, die Bezug auf den Frühling nimmt. Da ich mich in dieser Richtung kaum auskenne, habe ich nur einen Hörtip bereit: Eine neue Bearbeitung der vier Jahreszeiten von Vivaldi, die irgendwie klassische Musik ist, aber sich für meine Ohren sehr viel moderner anhört.



Kindermusik für Ostern


Bei Kindermusik bekomme ich oft Ohrensausen. In der Regel liegt das gar nicht daran, dass ich die Kinderlieder nicht mag, sondern dass ich einfach mehrstimmigen Kindergesang von fremden Kindern nicht besonders gerne höre. Meine Kinder können natürlich schon schief singen, Hauptsache sie haben Spaß, aber als Vorlage zum Mitsingen finde ich eine erwachsene Einzelstimme oft besser. Andererseits, es gibt sehr viele Menschen, die die Alben von Rolf Zuckowski und seine Freunde besonders gerne mögen. Das passende Alben zu Ostern heißt "Rolfs Kinderfrühling".


Etwas besser finde ich da eine andere Compilation an. Die heißt "Die 30 besten Oster- und Frühlingslieder" und hat für mich auch noch ein besonderes Highlight - "Der Eierbecher", ein Lied, was eigentlich von Reinhard Lakomy und dem "Traumzauberbaum" stammt. Hier singen Kinder zwar auch mit, aber die meiste Zeit singen erwachsene Sänger_innen.


Wenn es nach mir ginge, müssten "Deine Freunde" auch eine Oster-Cd machen. Das ist zwar irgendwie HipHop, aber für Kinder gemacht. Die Texte sind relativ witzig, dass sie sogar Eltern gefallen könnten.


Hörspiele mit Bezug zu Ostern


Bei den beliebten Serien wie Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen, die das Runzelfüßchen gerne hört, gibt es auch spezielle Hörspiele für Ostern. Während das Hörspiel von Bibi Blocksberg sich um ein verhextes Osterei dreht und eher harmlos ist, merkt man der Geschichte von Benjamin Blümchen das Alter schon ein wenig an. Ein gestorbenes Krokodil und eine Kroko-Handtasche kommen darin vor und auch das Thema Wiedergeburt ist eingebettet. Meine Empfehlung: Lieber als Elternteil vorher mal hören, ob es tatsächlich etwas für die Kinder ist.




Bei meiner Tochter ist im Moment Conni sehr angesagt. Für mich ist die Sympathie zu Conni nicht so groß, weil ich einfach nicht mit ihr aufgewachsen bin, aber es gibt auch ein Hörspiel mit Bezug zu Ostern. Das Runzelfüßchen mag sie ganz gerne und muss vor allem bei dem zweiten Hörspiel "Conni spielt Fussball" immer lachen.



Was ich hören will


Da das Musikgeschäft auch ein Saisongeschäft ist, kommen am Jahresanfang viele neue Alben raus. Ich versuche zwar viel zu hören, aber ich freue mich auch auf Ostern, um in manche Veröffentlichungen intensiver reinzuhören. Das sind vor allem zwei Alben. Zum einen hat der Künstler Phil Elverum unter dem Namen Mount Eerie eine neue Veröffentlichung "Now Only". Die Musik ist irgendwo zwischen Folk und Indie angesiedelt und klingt erstmal ein wenig sperrig. Die traurige Geschichte hinter der Musik ist, dass die Frau des Sängers relativ kurz nach der Geburt ihrer Tochter in 2016 an Krebs gestorben ist. Ich kannte die Musik von Mount Eerie schon vorher und mich hat das sehr betroffen gemacht als ich davon gelesen hatte. Das vorherige Album aus dem Jahr 2017 "A Crow Looked At Me" war auch schon sehr traurig und sehr persönlich. Mich lassen die  Texte und die Musik sehr demütig werden. Trotzdem hoffe ich auf ein etwas hoffnungsvolleres Nachfolgealbum.


In eine etwas andere Richtung und eine andere Stimmung hat ein neues Ablum von Nicolaas Jaar, was er unter dem Pseudonym A.A.L.(Against All Logic) herausgebracht hat. Der Musiker Nicolaas Jaar macht "normalerweise" eher experimentelle Elektronik, die meine Frau (und wenn ich ehrlich bin auch den Kindern) nicht wirklich zugemutet werden kann. Das Album 2012-2016 ist aber House-Musik und ist wesentlich zugänglicher als seine sonstigen Veröffentlichungen.



Habt ihr spezielle Musiktipps oder Hörspielvorschläge für Ostern? Schreibt doch gerne in die Kommentare.


Sonntag, 18. März 2018

Von Barfuß- Tagen und asiatischen Flugzeugen - das Wochenende in Bildern


Auch dieses Wochenende stand wieder ein Abschied an. Also eigentlich zwei. Denn so langsam müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass auch unser Urlaub zu einem Ende kommt. Irgendwie unfassbar, weil es so schön ist. Aber irgendwie auch gut, weil die Kinder sich ein wenig nach ihren Freund_innen sehnen und ich das auch verstehen kann. Aber ein bißchen Zeit bleibt ja noch, für all das Schöne und Abenteuerliche.

Samstag, 17. März 2018


Ein letztes Mal barfuß frühstücken auf dieser Reise. Mag irgendwie klingen als wären wir täglich im Bikini in einen Frühstücksraum spaziert, stimmt aber gar nicht. Unser kleines Hotel lag einfach direkt am Strand, das Frühstück gab es auf kleinen Holzbänken unter Palmen und wir waren (als eine der wenigen) immer nur in normaler Kleidung beim Frühstück. Ich finde das merkwürdig, diese Idee sich im Urlaub oberkörperfrei oder im Bikini irgendwo hinzusetzen und zu essen. Ohne Schuhe aber, das geht gut.

Und dann ist das Auto, was uns zur Fähre bringt auch schon da. Die Begeisterung über unser Gepäck ist den anderen Leuten richtig anzumerken. Dabei haben wir ziemlich wenig dabei. Aber nun ja, hier noch ein Beutelchen, da noch ein Kinderrucksack, irgendwie kommt da einiges zusammen. Die Überfahrt nach Krabi ist gemächlich, die Kinder langweilen sich irgendwann und bekommen schlechte Laune. Zuverlässig natürlich so ungefähr 30 Minuten vor Ankunft, ich kann mich erinnern, dass das bei meinen Geschwistern früher auch so war. Es hat mich wahnsinnig gemacht und ja, das macht es mich auch bei meinen eigenen Kindern.

Aber Hilfe naht! In Küstennähe sind einige Fischerboote mit ihrem Fang auf dem Rückweg, die Kinder haben also Ablenkung. Und winken, und winken, und winken. Und soll ich euch was sagen: Vom Kapitän bis zum letzten Mann an Board haben alle IMMER zurückgewunken. Ich hab nicht mal wirklich gedacht, dass sie uns sehen können, da am Minifenster auf der kleinen Fähre. Aber offensichtlich schon. Sie lachen und winken und freuen sich über die Aufmerksamkeit der Kinder. Was wiederum mich so freut, weil das eine der profundesten Erinnerungen ist, die sich hoffentlich auch in die Kinder eingräbt: Hier sind sie immer willkommen.

Montag, 12. März 2018

Von Armbändern und guten Momenten - das Wochenende in Bildern

Ein bißchen spät kommt es, das Wochenende in Bildern. Liegt schlicht daran, dass ich gestern, im Gegensatz zu meinem Mann, kein Internet hatte. Wieso das möglich ist wird mir ein Rätsel bleiben, aber hey, besser spät als nie, oder?

Samstag, 11. März 2018


Nach einem Vormittag am Strand machen wir einen Ausflug zur "Stadt". Was leicht übertrieben ist. Hier auf Koh Lanta gibt es einen Pier, an dem die Boote eben anlegen. Und das ist die "Stadt", weil es ein paar Shops und Restaurants gibt. Und eine Straßenverkäuferin, die Armbänder verkauft. Ich hatte dem Runzelfüßchen versprochen, dass sie sich eines aussuchen darf. Tat sie. Als sie dann mit ihrer Beute auf ihren Bruder zu lief war der ziemlich sauer. Und ich von mir selbst überrascht, weil ich wirklich nicht daran dachte, dass er ja auch ein Armband haben wollen könnte. Also wieder zurück und auch er durfte sich etwas aussuchen.

Wir machten Pause in einem kleinen Künstlercafé, in dem wir auch im letzten Jahr schon waren. Ich mag das, zu sehen, dass an manchen Orten die Zeit scheinbar still steht und sich nichts verändert. Zuhause würde mich sowas lähmen, hier aber, hier erfreut es mein Herz.
Wichtigstes Thema während der Pause ist übrigens die Tatsache, dass Papa ja nun kein Armband hat. Also für unseren Sohn. Neben der Sicherstellung der Versorung durch Schokoeis beschäftigt ihn nur das. "Papa, Band, auch!" wiederholt er im Minutentakt. Na, ihr könnt euch denken was geschah.

Anschließend besuchen wir noch einen Supermarkt. Dieses Zuckerzeug ist für die Kinder wirklich verlockend, bis ich ihnen erkläre, dass da Schweinegelantine drin ist (was auch sehr groß hinten auf der Packung steht, warum genau weiß ich nicht). Danach wollen sie lieber eine Waffel. Es geht mir nicht darum meinen Kinder den Spaß an Süßigkeiten zu verbieten, aber genau so, wie sie entscheiden dürfen ob sie Fleisch oder Fisch essen wollen, so sollten sie das eben auch bei Dingen tun, wo nicht auf den ersten Blick klar ist, was drin ist.


Freitag, 9. März 2018

Vom eigenen und fremden Standpunkt



Neulich las ich irgendwo, dass eine Familie eine Urlaubsreise planen wollte, sich dann aber doch nicht recht traute, weil die Kinder ja so klein seien und der Flug drei Stunden dauern würde und dann noch der Transfer und überhaupt und sowieso. Mein erster Impuls, auch, nachdem wir eben gerade 15 Stunden unterwegs waren um nach Thailand zu kommen war: Na, da stellt sich aber jemand an. Und eine Sekunde später dachte ich: Stopp, Andrea, du hast überhaupt gar kein Recht dazu, darüber zu urteilen. Jede_r von uns lebt sein und ihr Leben so, wie es eben ist. Und während ich mit Flugangst und Bammel wie der Flug wird zwar auch einen Langstreckenflug mit den Kindern in Angriff nehme, trauen sich andere das eben nicht. Und das ist überhaupt nicht schlimm. Ich fahre dafür nie, nie, nie mit dem Auto. Das machen vermutlich aber 90 Prozent aller anderen Mütter.

Situationen bewerten



Ich merke schon auch, dass ich, ob ich will oder nicht, Situationen bewerte. Es ist irgendwie so ein Impuls, dass Sachen nicht einfach sein können, sondern von mir eingeordnet werden müssen. Dabei ist das doch Quatsch. Neulich sprach ich mit einer Mutter, die Erzieherin im Kindergarten ist und nun also einen zweifachen Blick auf Eltern und Kinder hat. Und auch sie meinte zu mir, dass es natürlich nicht so einfach ist immer vorurteilsfrei zu sein. Es war bei ihr ein Prozess in dem sie gelernt hat erstmal zu schauen wo die Eltern gerade stehen. Und dann zu akzeptieren, dass viele Wege nach Rom führen.

Sonntag, 4. März 2018

Vom Paradies - das Wochenende in Bildern


Also das Wichtigste vielleicht gleich vorweg: Es sind nicht wahnsinnig viele Bilder aus dem Paradies, die ich euch zeige. Was vor allem daran liegt, dass mein Telefon und die Kamera oft genug ganz in der Tasche bleiben. Denn im Gegensatz zu den allerallermeisten Menschen hier wollen wir einfach nur Momente erleben und Zusammensein. Der Rest will das sicher irgendwie auch, aber ich sehe hier trotzdem andauernd Menschen 50 Selfies machen, sich in Pose schmeißen und statt einfach die Zeit zu genießen aufs Handy starren.

Samstag. 03. März. 2018

(Das Datum musste ich tatsächlich eben nachschlagen, ich bin im Moment sehr unsicher welchen Tag wir überhaupt haben)

Nach unserer Ankuft auf der Insel Ko Yao Noi war erstmal alles nicht so toll.Die im Vorfeld gebuchte Unterkunft war sehr sehr klein, die Holzhütte hatte riesige Löcher durch die allerlei Getier kam und der winzige Ventilator verteilte die schwül-feuchte Luft auch nicht wirklich gewinnbrinngend. Noch dazu waren die Betten extrem hart, die Kinder nicht gewohnt unterm Moskitonetz zu schlafen oder überhaupt die winzigen Betten zu teilen. Die erste Nacht war demzufolge ein echter Horror. Da mein Mann es ähnlich sah, beschlossen wir uns eine neue Unterkunft zu suchen. Und die vorher zu besichtigen. Wir fanden relativ schnell was passendes und liefen dann weiter um in einem Café eine Kleinigkeit zu essen. Die Besitzerin gab uns den Tipp für einen tollen Strand in Fußnähe und so fanden wir uns ganz unverhofft an einem Traumstrand wider. Mit Palmen und Schatten und menschenleer.

Na gut, nicht vollkommen ohne Menschen. Die Angestellten eines Hotels dort schlugen gerade Bananenstauden ab und natürlich mussten die Kinder dabei zuschauen. Dafür kamen sie sogar freiwillig kurz aus dem Wasser. Und die netten Männer schenkten den Kindern sofort kleine Bananen. Ich durfte nur probieren, besonders Herr Annika ist verrückt nach diesen süßen Früchten, von denen es in Thailand zwanzig verschiedene Sorten gibt.  Wir vier, im Schatten der Palmen, das Meer an unseren Füßen und Bananen futternd, ach, es war so schön.

Dann ging es zurück in die Unterkunft, zum Mittagsschlaf. Die Hitze hier zwingt einen auch zum gemütlichen Gang und auch ich schlafe regelmäßig mit meinem Sohn ein. Ist aber nicht schlimm, geht den Einheimischen hier nicht anders. Wir sehen sie überall in den Hängematten liegen, schlafen und den Tag verdösen. Ich mag das. Die Insel ist einfach keine Touristeninsel. Natürlich kommen Menschen hierher, aber Ko Yao Noi hat sich seine Identität irgendwie bewahrt. Wir warten am Straßenrand darauf, dass ein Auto anhält und uns mitnimmt zur "Innenstadt", also dem Ort, an dem es einen minikleinen Supermarkt, den 7/11 gibt. Und ja, man wartet einfach, bis jemand anhält. Die meisten Leute hier mieten sich Motoroller und erkunden die Insel, mir ist das, auch bei sehr wenig Verkehr, mit den zwei Kindern aber viel zu gefährlich.