Mittwoch, 8. November 2017

#nachhaltigwerden - wie die Challenge mich verändert hat

Fast ist sie vorbei, die #nachhaltigwerden Challenge mit Susanne und Rachel. Und für mich wird es einfach jetzt schon Zeit für ein Fazit. Weil mir gestern nämlich was aufgefallen ist.
Ich war im Supermarkt und wollte, weil es eine Kleinigkeit zu feiern gab für meinen Mann und mich ein Getränk kaufen. Nun trinke ich ja nie Alkohol und da fällt die Auswahl schon schwerer. Und wie ich da so durch die Gänge schlich, da dachte ich: Nee, das hier kannst du alles nicht kaufen. Weil es fast alles in Plastikflaschen gab. Und ich musste schmunzeln, weil mir in diesem Moment aufging wie sehr mich diese Challenge beeinflusst hat.

4 Wochen Challenge


Als Susanne den Plan zur vierwöchigen Challenge hatte dachte ich: Nie im Leben halte ich das durch. Und, jetzt kann ich es ja zugeben, ich dachte auch: Nie im Leben kann ich soviel zur Nachhaltigkeit erzählen. Und es stimmt auch. ich habe nicht jeden Tag mitgemacht. Es ist also vor allem Susanne und Rachel zu verdanken, dass die Challenge so erfolgreich war. An dieser Stelle noch mal ganz offiziell: Hut ab vor eurer Arbeit, ihr Beiden.



Nicht alles muss bei mir nachhaltig sein


Was ich auch gemerkt habe: Es gibt Themen mit denen befasse ich mich einfach nicht. Das mag ignorant sein, aber niemand ist perfekt. Ich habe zum Beispiel gemerkt: Bei Toilettenpapier aus Stoff bin ich raus. Oder bei Minimalismus im Kinderzimmer. Für andere ist das sehr wichtig und die Challenge hat mir einmal mehr gezeigt wie wichtig es ist andere Sicht- und Denkweisen zu akzeptieren und zu unterstützen. Diese Auseinandersetzung ist für mich eine echte Bereicherung.

Tipps aus der Gemeinschaft


Ich habe nicht nur gelernt bei vielen Dingen genauer hinzuschauen sondern auch, dass es eigentlich immer hilft sich mit Fragen an einander zu wenden. Denn auch wenn die vorgeschlagene Lösung vielleicht nicht passt bringt sie mich MEINEM Wunsch ja näher. Ganz neu für mich ist zum Beispiel der Bereich Lebensmittelrettung. Ohne die Challenge wäre ich da wohl nie drauf gekommen. Und auch jetzt fühlt es sich irgendwie komisch an. Vielleicht berichte ich darüber bald nochmal? Ich habe nämlich noch gar keine echte Meinung zu dieser "Rettungsaktion". Aber ihr seht, ich habe in der Challenge auch gelernt das auszuhalten.

"Du bist doch gar nicht nachhaltig"


Es gab in der Challenge auch Kritik. Zum Einen an mir, weil ich eben nicht in allen Lebensbereichen konsequent nachhaltig bin. Aber wisst ihr was: So ist das. Ich krempel nicht von jetzt auf gleich mein gesamtes Leben um, das ist für mich nicht nachhaltig. Wenn ich neue Sachen anschaffe, dann schaue ich jetzt genauer hin. Auch bei Lebensmitteln gucke ich was sich für mich besser anfühlt. Aber ich schmeiße nicht alles Plastik weg, wenn ich es seit Jahren nutze.
Eine Kritik von Susanne, die ich sehr berechtigt finde war die, dass in Woche zwei, als es um Zweifel und Fehler ging, es plötzlich still wurde. Denn das eigene Scheitern zu zeigen, das machen manche vielleicht nicht so gern. Das finde ich schade, denn es ist doch menschlich nicht alles perfekt zu machen. Ich jedenfalls bin überhaupt nicht perfekt, aber ich bin auf dem Weg und das ist viel wert.
Überhaupt, das auf dem Weg sein, das unterschätzen soviele. Was ich schade finde. Es mag "klein" erscheinen konsequent auf Plastiktüten im Supermark zu verzichten und das Obst einfach so abzuwiegen, aber es ist eine bewusste Entscheidung, die in der Masse sehr viel verändern kann. Das klingt alles so klein, aber es ist eben doch wichtig.

Ohne erhobenen Zeigefinger


Was ich auch gemerkt habe: Ich teile unheimlich gern. Also das wusste ich vorher schon. Aber durch die Challenge bin ich auf die Idee gekommen das eben noch mehr in den Fokus zu rücken. Deswegen gibt es jetzt hier auf dem Blog die Rubrik "Fairteilen". Und es sind auch noch ein paar Bücher da, wenn ihr gerade auf der Suche seid.
Ich habe durch die Challenge gemerkt, dass ich das Thema immer mal wieder auf dem Blog oder in den sozialen Netzwerken bringen will. Nicht so geballt, aber stetig. Weil sich nur etwas verändert wenn es in unser aller Köpfe dauerhaft verankert ist. Wenn wir uns gegenseitig Tipps geben und mit- statt übereinander sprechen, dann können wir das Thema Nachhaltigkeit präsent bleiben lassen ohne immer so belehrend um die Ecke zu kommen. Denn nichts schreckt mehr ab als ein "du machst das falsch". Seien wir doch milde mit uns und zeigen: So geht es auch. 


Kommentare:

  1. Ganz auf Toilettenpapier verzichten ist auch nichts für mich. Unser Kompromiss ist Recycling-Papier, auch als Küchenrolle. Da haben wir unseren Verbrauch jedoch von 6 Rollen im Monat auf 3 senken können, indem wir häufiger Geschirrhandtücher, Spüllappen (werden gewaschen) und Waschlappen verwenden. Auch der Verbrauch der Recycling-Taschentücher hat sich durch den Einsatz von Großelterns Stofftaschentücher sehr verringert. Zudem wird die Schnupfennase kaum rot, wenn man Stofftaschentücher verwendet.

    Auch raus bin ich beim Thema Stoffwindeln. Ich bewundere es, wenn es jemand so handhabt und ich weiß, es wäre die absolut bessere Variante, aber ich schaffe das nicht. In meiner Vorstellung werden die einfach nicht gut genug von den Darmbakterien befreit und es hängt weiterhin in der Waschmaschine und wird in der nächsten Nicht-Windel-Wäsche in die Kleidung gewaschen.. Irrational, aber ich komm da nicht drüber.

    Wir kaufen mittlerweile am liebsten in Glasflaschen /- Konserven anstatt in Plastik-Mehrweg oder Dosen. Außerdem leben wir dank unserer tierlieben Tochter seit 1,5 Jahren vegetarisch mit vielen Veganer Rezepten.
    Für Obst und Gemüse gehen übrigens auch Wäschenetze zum Abwiegen :)


    Viele kleine Schritte, viele kleine Verbesserungen sind schon hilfreicher als weiterhin stumpf seinen gewohnten Stiefel zu machen.

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  2. Was mir aber gerade noch einfällt (ich weiß nicht, ob ihr diesen Aspekt hattet):
    Nachhaltiger leben ist LEIDER auch eine finanzielle Sache: mein Lieblingssaft ist im Tetrapack 30 ct günstiger als in der Mehrwegglasflasche. Die Kidneybohnen im Glas kosten 60 ct mehr als in der Dose. Die palmölfreie Keksvariante kostet 1 € mehr als die mit Palmöl. Es ist fast unmöglich zu Hause auf Eis (aus der Plastikschale) zu verzichten und stattdessen immer zur Eisdiele zu gehen, weil das Eis dort "verpackungsfrei" in der Waffel zu bekommen ist. Auch das Mineralwasser einer Marke ist in der Glasflasche meistens teurer als in der PET-Variante.
    Nur um einige Beispiele zu nennen (über die sich auch streiten lässt).

    Es ist leider ganz oft auch (und hin und wieder auch bei uns) eine finanzielle Frage, ob wir jetzt wirklich alles nachhaltig, in Bioqualität (nicht nur weniger Pestizide für uns, sondern auch für die Arbeiter der Plantagen!), in Glas (für weniger Mineralöl) und ohne Palmöl kaufen können (wollen immer).

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    1. Liebe Katharina,

      du hast total recht, nachhaltig sein ist auch teuer. Es hat auch was mit sich leisten können zu tun, wenn man sagt "nee, ich kauf mir weniger Klamotten". Niemand braucht 50 Kleider im Schrank, aber wenn jemand sehr wenig Geld hat und sich dann das eine Kleid bei H&M kauft, dann fände ich es total verkehrt da zu sagen "Spar doch auf eins, was nachhaltig produziert ist". Deswegen, vielen, vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis. Ich wollte das irgendwie noch aufgreifen, aber dann wäre es vielleicht auch zu lang geworden. Ob ich noch mal gesondert darüber berichte?

      Liebe Grüße,

      Andrea

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