Dienstag, 14. März 2017

Papa bloggt: Warum Kinder der Himmel sind


Es gibt Artikel, die will man gar nicht lesen, aber man liest sie trotzdem. Letztens gab es einen Beitrag mit dem Thema "Ich sage, wie es ist: Kinder werden überbewertet". Als Vater interessierte mich das natürlich sehr, aber die Zusammenfassung und eigentliche Erkenntnis war: Das Leben mit Kindern ist sehr anstrengend. Was mich allerdings nachdenklich gemacht hat: Kinder sollen Himmel und Hölle sein und die AutorIn fragte sich, wann denn (endlich) der Himmel kommt. Vielleicht wollte sie provozieren oder zum weiterlesen anregen, es bleibt auch jedem unbenommen, seine eigene Familiensituation zu bedauern, aber hier sind meine fünf persönliche Gründe, warum meine Kinder der Himmel sind. 


1. Grund: Kinder lassen Dich die Welt neu entdecken


Als mit Mit- oder Enddreißiger habe ich schon einiges von der Welt gesehen. Es gibt diesen schönen Film mit Björk (vielleicht heulen jetzt einige auf, man liebt sie oder hasst sie), in dem die Protagonistin langsam erblindet. Aber sie bedauert das nicht, sondern behauptet, sie hätte eh schon alles gesehen. Niemand möchte gerne erblinden, aber als Erwachsener stumpft man schon ein wenig ab. Das mag jetzt übertrieben sein, aber Kinder lassen Dich wieder neu auf Dinge schauen. Wir sind im Sommer letztes Jahr mit dem Runzelfüßchen und Herrn Annika an die Ostsee gefahren. Es war Nacht und dunkel als wir ankamen. Sternenklar sah man nicht nur ein paar Sterne, sondern sogar noch die Milchstraße. Das Runzelfüßchen war ganz außer sich: "Schaut! Sterne!" Sie redet noch immer manchmal davon, dass wir an der Ostsee Sterne gesehen haben. Die Welt ist schön und Kinder lassen Dich das wieder spüren. 


2. Grund: Baby lachen oder Babylachen


Als Herr Annika auf die Welt kam, machte er das, was alle (oder viele Babys) machen: trinken, schlafen und ein wenig schreien. Ein Neugeborenes kann (so viel man weiß) nicht besonders gut sehen und kann wenig mitteilen. Aber irgendwann nach ein paar Monaten kam der Moment, in dem mich das Baby richtig erkannte und lachte. Es lachte, weil ich es kitzelte, es lachte, weil ich mich mit einem Handtuch versteckte. Babylachen ist toll, Babylachen ist schön.
Kinderlachen ist auch großartig, aber das erste Gegluckse eines Babys ließ zumindest mein Herz aufgehen und entschädigte mich für die anstrengende Zeit davor.

3. Grund: Kinder lassen Dich lieben 


Dieser Grund ist ein wenig trivial - will man meinen. Auch ohne Kinder liebt man als Erwachsener andere Menschen. Oft sind es Eltern, Großeltern, Geschwister, PartnerIn, Nichten, Neffen, Onkel, Tanten oder Freunde. Mit Deinen eigenen Kindern kommt nochmal eine Dimension dazu. Denn als Eltern ist man nicht nur liebend, sondern auch noch verantwortlich für das Wohl seines Nachwuchses. Das kann Angst machen und manchmal erdrückend sein, aber umgekehrt lieben mich meine Kinder wie niemand anderen (außer vielleicht noch meiner Frau). 


4. Grund: Kinder zeigen Dir, was Glück ist


Das Runzelfüßchen braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Natürlich ihre Eltern und ihren kleinen Bruder. Aber es gibt so viele kleine Dinge, die ihr Freude machen. Eine Schaukel auf einem Spielplatz macht sie froh. Mit ihrer kleinen Freundin wild durch den Kindergarten toben. Ein Erdbeereis an einem schön Sommertag macht sie fröhlich. Wenn ich ihr eine Geschichte in der Tram vorlese, freut sie sich. Es gibt so viele kleine Dinge, die ihr Spaß machen und die ihren Tag auflockern. Selbst wenn sie "nur" in den Kindergarten geht, hat sie zig Gründe, sich jeden Tag zu freuen. Und so sollte es eigentlich auch bei Erwachsenen sein. Oft vergesse ich das selber, aber meine Tochter (und mein Sohn) erinnern mich daran, dass es nicht viel braucht, um glücklich zu sein. 

5. Grund: Kinder lassen Dich wieder Kind sein


Mir ist klar, dass nicht jeder Mensch eine schöne Kindheit hatte. In meinem Fall hatte ich eine sehr schöne und unbeschwerte Kindheit und ein wenig holen meine Kinder das für mich zurück. Als wir in unserem Urlaub in Thailand das erste Mal am Strand waren, hat sich das Runzelfüßchen so über das Meer und die Wellen gefreut, dass wir ständig zusammen in die Wellen rein laufen mussten. Jauchzend ging es immer wieder Hand in Hand ins Wasser. Vielleicht hätte ich das auch ohne meine Tochter gemacht, denn ich springe sehr gerne ins Meer, aber ich denke, sie trägt dazu bei, dass ich mich auch hin und wieder ein wenig wie ein Kind fühlen kann. 


Warum sind für euch Kinder der "Himmel"? Was findet ihr besonders schön, mit oder an euren Kindern, was "entschädigt" für die anstrengenden Momente oder Phasen? Erzählt doch mal, bloggt darüber, gern mit dem Hashtag #celebrateparenthood.  - Wir müssen das Elternsein ja auch feiern dürfen.
Oder verlinkt eure Beiträge hier!

Kommentare:

  1. Es ist etwas lustig. Denn gerade heute habe ich einen Artikel mit den fünf Dingen, die ich am Muttersein blöd finde, veröffentlicht. Es ist, wie du sagt, eine (humorvolle) Zusammenfassung dessen, was anstrengend ist. Aber wie sehr mir diese Dinge auch zu schaffen machen, ich würde meinem Kind deswegen nie das Prädikat "Hölle" verpassen.
    Die Liste mit meinen fünf liebsten Dingen am Elternsein ist schon geschrieben und deiner gar nicht unähnlich. Ich werde sie nächste Woche unter dem #celebrateparenthood veröffentlichen.
    Liebe Grüße!
    Andrin

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  2. Das Lachen am Morgen, wenn deine 4.5 Monate alte Tochter dich erkennt und anstrahlt...

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  3. Ich bin selber Vater zweier wunderbarer Kinder (1) und (3) sie haben die Welt für mich verändert und mich Dinge (wieder)sehen lassen die ich aus den Augen verloren habe. Wieder Kind sein zu können ist super. Nicht nur wenn sie lachen sondern auch das Glitzern in ihren Augen wenn sie von Herzen Lachen, trägt dazu bei mein eigenes Herz zum Lachen zu bringen. Auch wenn sie manchmal weinen sind meine Kinder der Himmel auf Erden für mich.

    Ein Vater, 30 ;)

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