Freitag, 10. Februar 2017

Thailand mit Kindern: Kinderfreundlichkeit

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Zur Zeit sind wir in Phuket, ein Ort den ich nicht besonders mag. Das ist aber gar nicht schlimm, denn die Weiterreise ist schon gebucht. Wir können und wollen nur nicht husch, husch immer weiter, sondern den Kindern auch die Zeit geben anzukommen, sich neu zu orientieren, zu spielen und zu entdecken. Deswegen nehmen wir dann auch mal drei Tage auf DER Urlaubsinsel im Süden in Kauf,  auch wenn das so definitiv gar nicht nach meinem Geschmack ist.

 Kinderfreundliches Thailand


Dies hier soll aber kein Artikel darüber werden wie doof ich das hier finde (was irgendwie ja auch Jammern auf hohem Niveau ist), sondern einer über die Kinderfreundlichkeit der Thais. Wir sind jetzt seit fast drei Wochen unterwegs und es gab nicht einen Moment wo die Kinder hier irgendwen gestört hätten. Eher das Gegenteil ist der Fall, die Kinder öffnen und Herzen und Türen, die sonst vielleicht verschlossen blieben.
Angefangen bei TukTukfahrern die Herrn Annika streicheln und dann weniger Geld als vereinbart verlangen, über Köche, die extra fürs Runzelfüßchen Gerichte zaubern bis hin zu Menschen, die sich uns als kostenfreie Babysitter anbieten ist wirklich alles dabei. Die Thais sind an sich sehr kinderlieb und unsere zwei westlichen Kindern sind hier einfach eine Besonderheit. Jeder findet sie unglaublich entzückend und will ihnen ein Lächeln abgewinnen.


MIt Kindern an den Pool - Freude für alle


Gestern zum Beispiel waren wir mit Sack und Pack am Pool. Die Leute aus dem Westen schauten leicht genervt, als sie uns erblickten. Nicht so die Asiaten. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie ich beide Kinder in fremden Händen widerfand. Das ist im ersten Moment komisch, gebe ich zu. Einfach so meine Kinder an Fremde abgeben, das mach ich ja zuhause auch nicht. Aber ich sehe auch: Sagt das Runzelfüßchen "No!" oder fängt Herr Annika an zu wimmern bringen mir die Menschen die Kinder sofort zurück. Weil sie nur spielen und unterhalten, aber sich den Kindern nicht aufdrängen wollen.
So startete im Pool eine große Wasserschlacht um das Runzelfüßchen zum Lachen zu bringen während für Herrn Annika ein Schwimmreifen aufgepumpt wurde. Dann wurden beide Kinder auf den Armen durchs Wasser gezogen und kreischten vor Vergnügen. Mein Herz machte einen Satz vor lauter Glück, dass meine Kinder hier so lieb aufgenommen werden.

Kind sein bedeuet auch mal schlechte Laune


Das Runzelfüßchen ist zur Zeit morgens etwas schlecht gelaunt. Das kommt vor und da ich ein extremer Morgenmuffel bin kann ich das sehr gut nachvollziehen. Beim Frühstück will sie also nicht mit Fremden reden oder Späße machen. Die Thais versuchten es, zwinkerten ihr zu, brachten ihr Obst und lächelten. Sie wollte nicht. Sagte laut und deutlich "No". Und was passierte: Nichts - die Menschen ließen von ihr ab und sie in Ruhe. Warteten, bis sie sich ihnen öffnete und anfing zu winken. Was für eine wertvolle Lektion, die sie hier ganz nebenbei lernen, die Kinder: Mein Nein ist wichtig. Auf mein Nein wird reagiert. Ich darf bestimmen und werde gehört und wert geschätzt. Wir oft setzen sich in Deutschland Menschen, auch ich, über ein kindliches Nein hinweg. Hier nicht.

Thailänder fassen Kind ins Gesicht


Es ist, das gebe ich zu, manchmal sicher auch nicht leicht für meine Tochter. Gerade weil alle sie so niedlich finden wird sie wirklich oft angefasst. Und das will sie nicht. Da wird sie aufbrausend und böse und ich kann das SO gut verstehen. Allerdings merkt sie auch, dass all diese Menschen ihr nichts böses wollen. Und, dass wir sie so sein lassen wie sie sein will. Ob das nun wütend oder böse oder lieb ist, sie soll den Thais so begegnen wie sie das möchte. Ihr Gesicht gehört zu ihrem Körper und über den darf nur sie betsimmen. Das weiß sie, weil wir das seit der Geburt thematisieren und sie damit hoffentlich stark machen.Hier in Thailand lernt sie deswegen auch noch mal durch Fremde, dass ihr Körper nur ihr gehört. Auch das macht sie stark.

Thais lieben Kinder


Aber, ich schweife ab. Denn was ich wirklich sagen will: Thailand ist ganz großartig für und mit Kindern. Die Thais LIEBEN Kinder und wollen sie tatsächlich glücklich machen. Es ist hier das erste Mal so, dass mein Mann und ich gleichzeitig essen können, weil immer jemand kommt und fragt, ob er Herrn Annika tragen oder das Runzelfüßchen bespaßen soll. Herr Annika hat sich inzwischen sogar angewöhnt Fremde zu "rufen" und auf sich aufmerksam zu machen. Er "hahnnnt" ganz laut und wartet, dass andere gucken. Dann legt er den Kopf schief und grinst. Es hat noch nicht einmal seine Wirkung verfehlt, denn jeder guckt und will mit ihm spielen. Oder ihn beschenken, mit Essen, Schlüsselanhängern.

Wir freuen uns, dass es euch gibt


Es sind lauter kleine Gesten, ganz selbstlos, denn sie müssten das ja nicht machen, die den Kindern zeigen: Wir freuen uns, dass es euch gibt. Und das ist für uns Eltern momentan das Schönste. Ich merke wie hier zum ersten Mal diese Last abfällt, dass meine Kinder doch bitte "leise" sein mögen. Sie durfen so laut und wild sein wie sie möchten. Die einzigen, die sich daran stören könnten, sie Menschen aus dem Westen. Und die sind vom Urlaub so erholt, dass auch sie sich freuen. Unsere Kinder sind hier überall willkommen und erkunden voller Neugier jeden neuen Ort den wir ihnen zeigen.

Kommentare:

  1. Hallo Ihr Vier,

    Das klingt nach einer ganz tollen Erfahrung! Ich habe noch eine Frage, wie geht das Runzelfüßchen damit um, dass Ihr die Landessprache nicht sprecht? Fragt sie Euch oft oder hatSie selbst einige Worte übernommen? (Andrea, Du hattest oben geschrieben, dass sie Noch sagt, wenn sie etwas nicht möchte.)
    Ich wünsche Euch noch eine tolle Zeit und freue mich, wenn es etwas neues zu lesen gibt!

    Liebe Grüße
    Nala

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    1. Liebe Nala,

      also meistens ist es ihr egal, dass die Leute nicht ihre Sprache sprechen. Sie redet einfach permanent auf sie ein. :) Gerade wenn es andere Kinder sind finde die ja schnell einen Draht zueinander, der keine Sprache benötigt. Und sonst fragt sie uns viel, was sie sagen soll, auf englisch. Das versucht sie dann auch. Manchmal fragen die Erwachsenen uns dann, oft aber haben gerade die Thais ihre ganz eigene Art damit umzugehen und das Runzelfüßchen zu verstehen.

      Liebe Grüße,

      Andrea

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