Freitag, 13. Januar 2017

Mädchen oder Junge - die Enttäuschung von Eltern

Runzelfuesschen Elternblog Leben mit Kindern Enttaeuscht vom Geschlecht Baby Schwanger


Dieser Tage las ich einen Artikel der mich sehr aufgeregt hat. Ich teile ihn hier nicht weil ich ihn einfach ganz schrecklich finde und nicht der Meinung bin, dass er noch mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte *.
Es ging darum, dass die Schreiberin über alle Maßen enttäuscht darüber war, dass ihr Frauenarzt ihr eröffnete, dass sie statt des erhofften Mädchens vermutlich, eventuell, vielleicht einen Jungen bekommen wird (Es war noch zu früh das wirklich mit Gewissheit zu sagen, das kommt noch dazu!).
Darüber war sie so wütend, dass sie ihrer Trauer in dem Blogpost Ausdruck verleihen musste und vor sich hin überlegte, dass sie aber so unglaublich gern ein zweites Mädchen haben wollte. Sie fragte sich allen Ernstes, ob sie einen Jungen überhaupt lieben könnte.

Enttäuscht übers Geschlecht


Und ich frage mich ehrlich was das soll. Denn klar, ich kann verstehen dass man als Schwangere einen Wunsch hat was das Geschlecht des Kindes angeht. Ich kann auch nachvollziehen, dass man eventuell kurz enttäuscht ist, weil es eben nun scheinbar kein Mädchen sondern ein Junge wird. Noch dazu ist man vielleicht hormonell auch gerade etwas aus der Bahn und sagt deswegen unbedacht auch mal Sachen, die man vielleicht gar nicht so meint. Die schreibt man dann aber nicht für alle lesbar ins Internet!
Die Reaktion, die die Schreiberin da an den Tag legt, die finde ich unfassbar.

Viele klatschen Beifall


Gleichfalls unfassbar finde ich auch wieviele ihr im Netz beipflichten. Ja, auch sie wären enttäuscht gewesen weil es nicht ihr Wunschgeschlecht geworden ist. Aber klar, man arrangiert sich dann schon mit dem Ergebnis. Ich kann das kaum lesen weil ich das so schrecklich finde. Wir reden ja hier nicht davon, dass die Lieblingshose nun in rot geliefert wird, statt in blau. Sondern von unseren Kindern.
Wie gesagt, eine kleine Enttäuschung darüber, so im Stillen für sich oder unter Freund_innen und in der Familie geäußert, dass man doch lieber das andere Geschlecht gehabt hätte, das finde ich vollkommen legitim.




Für einen Jungen mache ich das nicht


Aber öffentlich darüber herziehen, dass das ungeborene Kind vielleicht nicht genug geliebt wird? Dass sie überlegt ob sie für einen Jungen eine natürliche Geburt überhaupt in Kauf nimmt. Das finde ich unverantworlich. Klar sollten auch negative Gefühle im Zusammenhang mit Elternschaft nicht tabuisiert werden. Aber für mich greift hier die Intimsphäre des Kindes. Soll das wirklich irgendwann lesen, dass es eigentlich so nicht gewollt war. Also gewollt schon, nur lieber als Mädchen. Denn die Schreiberin, der ich auch auf Twitter folge, hatte einen großen Kinderwunsch. Der nun erfüllt wurde. Nur scheinbar nicht nach ihrer Vorstellung.

Kinder sind Kinder - ungeachtet des Geschlechts


Ich bin Mutter einer Tochter und eines Sohnes und ich liebe beide Kinder wie verrückt. Nicht dafür, dass sie Junge oder Mädchen sind. Sondern dafür, dass sie meine Kinder sind. Das Geschlecht spielt dabei doch gar keine Rolle. Denn Kinder sind Kinder und halten wenig von irgendwelchen Zuschreibungen.
Meine Tochter würde von ihrer Art her glatt auch als Junge durchgehen, wenn wir bei den Klischees bleiben. Denn sie ist wild und laut und furchtlos. Sie bietet größeren Kindern Parolie und ist neugierig und abenteuerlustig. Ihr ist kein Klettergerüst zu hoch und kein Graben zu tief. Sie spielt mit Puppen und schiebt die im Lastwagen durch die Gegend. Meine Tochter guckt sich Bagger an und malt am liebsten Flugzeuge. Das alles machen Jungs auch. Und Mädchen. Einfach Kinder eben.

Kleines Bündel Liebe


Mein Sohn ist kuschelig und anschmiegsam. Er wird unruhig wenn ich nachts meine Hand aus seiner ziehe. Er will getragen und gehalten werden, er verteilt Küsse (im Rahmen seiner achtmonatigen Möglichkeiten) und er liebt die Puppe seiner großen Schwester. Überhaupt ist dieser kleine Mann eigentlich ein einziges Bündel Liebe. Er ist viel verkuschelter als seine Schwester das in dem Alter war und ich finde das schön. Aber ich glaube nicht eine Sekunde, dass es was damit zu tun hat, dass er ein Junge ist.

Enttäuscht vom ungeborenen Kind -gehts noch?


Ich werde wirklich sauer wenn ich lese, dass Menschen enttäuscht von ungeborenren Kindern sind, weil die schon jetzt nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Da frage ich mich in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben, wenn das eine Geschlecht beliebter ist als das andere - denn klar, es gibt auch umgekehrte Fälle in denen Jungs über Mädchen favorisiert werden. Und wenn ich weiter denke, dann werden natürlich nach wie vor auch Kinder abgetrieben wenn den Eltern das Geschlecht nicht passt. Soweit ist es in Deutschland noch nicht, auch, weil das Geschlecht erst nach der 12. Woche überhaupt genannt werden darf.

Muss man wirklich alles sagen?


Besagte Schreiberin argumentierte mit dem beliebten "das wird man ja noch sagen dürfen". Und ich denke immer und immer wieder: Muss man das wirklich? Woher kommt diese Enttäuschung über ein ungeborenes Kind? Weil es nicht das vermeintlich richtige Geschlecht hat.Was ist denn da falsch gelaufen? "Angst" vor dem Unbekannten, ok. Ganz praktisce Überlegungen, dass die niedlichen Kleider oder die Shirts mit "good boy" nicht mehr weitergegeben werden können, ok. Aber bitte, all das fällt doch nicht unter echte Enttäuschung bei der überlegt wird wie man sich nun mit dem Kind arrangieren wird. Ob man für sie die Schmerzen einer Geburt auf sich nimmt.


Kinder sollen geliebt werden



Kinder überraschen uns auf jede erdenkliche Art und Weise. Und ich weiß es ist utopisch, aber ich wünsche mir für ALLE Kinder auf der Welt nur das eine: Dass sie geliebt werden. Für das was sie sind. Kinder sind NIEMALS eine Enttäuschung. Und ihr Geschlecht ist es schon gleich gar nicht!

Wie seht ihr das? Wart ihr enttäuscht vom Geschlecht eurer Kinder?

*Auf Nachfrage gebe ich den Link heraus, ich möchte ihn aber nicht dauerhaft hier stehen lassen. Es kommen Reaktionen, dass ich die Schreiberin damit öffentlich bashen würde wenn ich ihn setze, genauso wie Reaktionen, dass der Link zu meinem Artikel unbedingt dazugehört. Für mich ist das hier ein Abwägen und ich habe mich entschlossen den Link nicht öffentlich zu teilen. Auch, weil es mir mit meinem Post eben nicht ums Hetzen gegen eine einzelne Person geht - ging es nie - sondern um das Beschreiben eines allgemeinen Problems. Der Text war dafür lediglich mein Aufhänger.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen engagierten Text! Tatsächlich beschreibt er, was auch ich im letzten Jahr gedacht habe. Ich muss zugeben, dass ich mich gefreut habe, als ich wusste, dass unser Baby ein Junge ist. Ich dachte zumindest, dass ich damit besser klarkommen würde. Dann kam das kleine Menschlein an und seitdem sehe ich es mit anderen Augen! Ich schaue ihn an, beobachte seine Bewegungen, sein Atmen, jeden kleinen Entwicklungsschritt und dann sehe ich keinen Jungen per se sondern ein Kind, einen Menschen. Das Geschlecht spielt überhaupt keine Rolle mehr für mich, wir lieben dieses kleine, glücklicherweise gesundes Baby über alles. Und wir würden es genauso tun wenn wir ein Mädchen hätten. Oder wenn das Geschlecht nicht eindeutig wäre (denn ja, auch das kommt vor!). Ich hoffe also, dass sich diese erste Reaktion der Mutter relativiert, dass sie ihr Kind so lieben wird wie es ist. Alles andere wäre eine menschliche Katastrophe, vor allem wenn man an das Ergebnis denkt: aus jedem Baby, jedem Kind wird ein erwachsener Mensch. Und es gibt ja nun wirklich schon genug Ursachen für psychische Probleme, da sollte die Enttäuschung der Eltern über das Geschlecht nicht noch dazu kommen.

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  2. Vielen Dank für deinen Beitrag! Es ist wirklich gruselig, welch ein Hype um das Geschlecht gemacht wird. Wir haben uns bei unserem Kind überraschen lassen. Es war uns total egal, ob Junge oder Mädchen - wir waren einfach nur glücklich ein Kind zu bekommen. Leider gab es nicht viele, die das nachvollziehen konnten. Die merkwürdigste Begründung: man muss doch schließlich wissen, in welcher Farbe man das Kinderzimmer streichen muss... Traurig!

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  3. Als ich diesen Artikel laß, empfand ich Scham. Auch ich hatte für einige kleine Sekunden diesen Dämpfer, als ich das Geschlecht des Kindes erfuhr. Und auch ich hatte lange darauf gewartet schwanger zu werden und schämte mich schon in dem Moment für mein Gefühl. Heute habe ich seit zweieinhalb Jahren, dass zauberhafteste Wesen was ich mir vorstellen kann. Jeden Tag liebe ich mein Kind ein wenig mehr, obwohl ich nicht verstehen kann wie das geht ohne zu platzen.
    Und ich teile deine Reaktion, ich empfinde dieses Thema viel zu intim, um es auf diesen Weg zu teilen. Von mir aus kann man ja Anerkennung oder einen Klangkörper via likes suchen, wenn es um einen Selbst geht, wenn man unpersönliche Reaktion möchte, aber hier geht es nicht um die Mutter, sondern um den Penis ihres Kindes. Ich verstehe wahrlich nicht in was für einer Welt wir leben, in der Politik, Sex und die persönlichsten Gedanken dermaßen unpersönlich gehandhabt werden.

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  4. Guten Morgen, ich hatte den Artikel auch gelesen. Und ich war ehrlich schockiert. Klar kann man mal enttäuscht sein. Ich dachte auch ich würde ein zweites Mädchen bekommen und hatte mich total drauf gefreut selbst Sachen nähen zu können weil ich bei der Geburt meiner Tochter noch keine Nähmaschine hatte. Außerdem tue ich mich immer sehr schwer mit Klamotten für Jungs. Auch heute noch. Aber als klar war, es wird ein Junge, hat mich das genau 5 Minuten beschäftigt. (Die frage ob ich das zweite Kind genauso liebe, wie das erste gab es auch, aber unabhängig vom Geschlecht). Ich wollte immer junge und Mädchen haben. Einfach beides genießen und mein Wunsch wurde erfüllt. Wie kann es denn sein, dass ich mich an die kinderplanung mache, in dem Wissen es gibt eine 50% Chance dass es ein Junge wird, und dann so reagieren? Man sollte sich doch von vorneherhein nicht versteifen...

    Liebe grüße

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  5. Meine Augen wurden immer größer, als ich deinen Text gelesen habe und als Reaktion bleibt mir fast nur noch ein großes WHAT???
    Sag mir bitte bitte, dass du den Link zu deinem Text dort als Kommentar gepostet hast!
    Es scheint solche Menschen leider zu geben (und nein, ich habe jetzt keine Lust, den Originaltext zu lesen!) aber ich kann mich beim besten Willen nicht in diese Personen hineinversetzen. Ich könnte jetzt die Küchenpsychologie auspacken und von dem Perfektionsdruck unserer heutigen Gesellschaft reden (Perfekte Karriere, perfekter Mann, perfektes Haus, und jetzt fehlt als Krönung des Lebens noch das perfekte Kind). Aber solche Gedanken scheinen nicht ganz neu zu sein. Ich habe neulich einen Artikel darüber gelesen, ob man seinem Kind erzählen soll, dass man es abtreiben wollte, und da kommentierte eine Frau, ihre Mutter hätte ihr wohl mal gesagt, wenn sie gewusst hätte, dass sie ein Mädchen wird, hätte sie abgetrieben. Ich war einfach nur geschockt, wie man so fühlen kann und das nach all den Jahren seiner Tochter auch so an den Kopf knallt!

    Noch kurz zu meiner persönlichen Situation, ich bin als älteste von fünf Schwestern aufgewachsen. Ich konnte mir nie vorstellen, einen Jungen zu bekommen und hatte überhaupt keine Idee, wie ich einen Jungen erziehen soll. Bei meinem ersten Kind wollte ich das Geschlecht vorher nicht wissen, als die Hebamme dann sagte, ein Junge, war das so ein... Ok, ein Junge. Her damit, ich will ihn lieb haben!
    Jetzt bin ich mit dem zweiten Kind schwanger, und seit einer Woche wissen wir, dass es wieder ein Junge wird. Und hey, klar hab ich keinen Plan, welchen Namen er kriegen soll (fürs Mädchen steht der Name schon seit Jahren fest) und ich bin ein bisschen traurig, weil ich wieder keine Kleidchen nähen kann und der Große wollte auch eine Schwester, die er, ganz Michel aus Lönneberga, Klein-Ida nennen kann. Und jetzt die Überraschung: Es ist halt so!! Ich werde mich nicht "arrangieren", sondern ihn genau so lieben, streiten, knuddeln, anschreien, trösten und zu einem tollen Menschen heranwachsen sehen wie meinen Großen.
    Seit dieser Woche spüre ich die Kindsbewegungen, seitdem ist sowie so alles egal <3

    In diesem Sinne, ein Hoch auf unsere Kinder! Egal ob männlich, weiblich, egal ob Down Syndrom, egal ob sie später schwul werden oder FDP wählen, egal ob sie Managerin oder Putzfrau werden, sie sind und bleiben unsere Kinder <3

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  6. Ehrlich gesagt: Ich war auch kurz irritiert, als ich erfahren habe, dass ich nach einem mittlerweile 2,5-Jahre alten Mädchen nun mit einem kleinen Jungen schwanger bin. Aber eben nur kurz. Ich komme aus einer sehr mädchenlastigen Familie, habe selber eine kleine Schwester, keine Cousins, nur Cousinen.... Und irgendwie denkt man dann schon fast, es kann eigentlich nur ein zweites Mädchen werden. Gedanken habe ich mir dann deshalb auch hauptsächlich darum gemacht, ob ich denn mit einem Jungen überhaupt richtig gut umgehen können werde. Was natürlich Quatsch ist! (Die Hormone?!) Dieser Gedanke kam mir dann fast schon diskriminierend vor, weil: Warum sollte ich denn mit einem Jungen überhaupt anders umgehen sollen als mit meiner Tochter? (wo ich doch sonst so für Gleichstellung und Gleichbehandlung bin und auch versuche meine Tochter so geschlechtsneutral wie möglich zu erziehen) Und für explizite Jungen-/Männerthemen gibts ja dann später (Pubertät und so) immer noch den Papa :)

    Den verlinkten Artikel habe ich jetzt mal kurz gelesen. Er ist schon krass, aber andererseits: Wenn man sich mit so irriterende Gedanken/Gefühle hat, ist es irgendwie auch ganz angenehm zu wissen, dass man nicht ganz alleine damit ist.... Schade, dass er kein "Happy End" hat oder am Ende die krassen Gedanken relativiert. Wenns aber nicht so ist...

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  7. Danke! Genau das waren meine Gedanken. Ich wünsche mir so sehr ein zweites Kind - der Mann nicht. Ich würde mein rechtes Bein für ein Bündel Liebe geben und dann tut so was zu lesen auch nochmal persönlich weht. (Nicht falsch verstehen, ich gönne allen Schwangeren ihre Schwangerschaft und Kinder, aber ich konnte den Text nicht mal lesen!)

    Das steht nun im Internet. Für alle lesbar. Auch für das Kind später, denn das Internet vergisst nichts. Ich würde mich schämen.

    Ja, bei der Motte hab ich mir so sehr ein Mädchen gewünscht. Ich hab mich aber nicht getraut meinem "Gefühl" zu glauben, denn was kannte ich denn für Gefühle einer Schwangerschaft. Im Endeffekt hatte ich recht - also mein Gefühl und ich hab mich gefreut. Aber über einen gesund Jungen hätte ich mich auch gefreut.

    Ich kann ein kurzes "oh schade" verstehen. Meine beste Freundin würde das auch zu hören bekommen. Ja. Aber nur kurz und sie wüsste auch, dass ich mich in fünf Minuten freuen würde. Lachen und lieben würde. Weil sei mich kennt und weil man so was unter Freunden machen darf. Aber nicht in dieses Internet, was nichts vergisst.

    Der kleine Mensch hat gestern mein ganzes Mitgefühl bei sich gehabt. Es tut mir leid das das Internet nun etwas so intimes über ihn kennt, denn das Gefühl nicht erwünscht zu sein, ist das schlimmste aller Zeiten (und ich kenne es leider).

    Ich drück Dich - auf alle Kinder!
    JesS

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  8. Guten Morgen Andrea,
    ich habe den Artikel auch gelesen und immer gehofft, dass noch eine positive Wendung kommt. Kurze Enttäuschung - ok, furchtbar heulen - naja, bei der Sache mit dem Kaiserschnitt bin ich ausgeschieden... Schade! Ich hoffe, dass sich ihre Gefühle noch ändern. Tun sie bestimmt, wenn das kleine Menschlein da ist. Hoffentlich.

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  9. Liebe Andrea,

    Ich habe auch bei dem Beitrag von Jasmin extrem schlucken müssen. Gerade hinter dem Hintergrund, dass sie sich diese Schwangerschaft so sehr gewünscht hat hat. Ich hatte die gleichen Gedanken, wie meisten hier.

    Und doch hätte ich hier an dieser Stelle, auf diesem Blog, eher einen differenzierteren, ermunternden Beitrag gewünscht.
    So ist es leider nur das Bashing gegen eine Bloggerin, die ihre wirklich schwierigen Gefühle veröffentlicht hat.
    Es ist nicht so, dass ich nicht den meisten deiner Argumente zustimmen würde. Und doch wiegt dieses Argument für mich sehr stark: "Klar sollten auch negative Gefühle im Zusammenhang mit Elternschaft nicht tabuisiert werden."

    Statt über die Autorin zu urteilen und ihr die öffentliche Debatte dieser Gefühle zu "verbieten", sollten wir Ihre Ängste, ihr Trauma und ihre Vorbehalte (eventuell auch ihre Vorurteile) ernst nehmen und sie dabei überstürzen ihr Kind so annehmen zu können, wie es ist.

    Egal welches Geschlecht es hat.
    Gefühle sind nie falsch. Alles hat seine Geschichte. Wir sollten nicht den Fehler machen und ebenso nur zu verurteilen.

    Liebe Grüße, Miriam (Frau Chamailuon)

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    1. Liebe Miriam,

      hm, also an der Stelle muss ich sagen: Ich kann da wenig ermunterndes zu sagen. Weil ich den Artikel in seiner Art einfach so heftig fand. Und auch, weil ich die Reaktionen darauf im Netz verfolgte und immer feststellen musste: Da wird von ihrer Seite aus in meinen Augen wenig differenziert. DAs, was ich gesehen haben war ein ständiges "Das muss man ja mal sagen dürfen" von ihrer Seite. Und da kann ich einfach nichts positives, unterstützendes zu schreiben.
      Ich hoffe sehr, dass mein Artikel sich nicht wie Bashing liest. Denn es geht mir per se gar nicht um die Bloggerin an sich. Sie ist der Aufhänger für etwas, das ich kategorisch anprangere: Die Bevorzugung eines Geschlechts.
      Ich verbiete ihr auch nicht ihre Gefühle, das schreibe ich ja auch. Für mich liest sich der Text aber auch nicht wie eine überlegte Auseinandersetzung mit der eigenen Gefühlswelt. Sondern wie ein wütendes Aufstampfen weil ein Wunsch nicht erfüllt wurde.
      Und vielleich wäre ich milder, wenn sie nicht die ganz großen Themen, die mit Kindern in Zusammenhang stehen, ihrem zukünftigen vielleicht Sohn öffentlich (für den Moment aber dennoch) absprechen will. Kaiserschnitt! Liebe! Das hat sich wohl am meisten getroffen.
      Ich überlege aber in der Tat den Link wieder zu löschen und nur auf Nachfrage rauszugeben.

      Liebe Grüße,

      Andrea

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  10. Du sprichst mir aus dem Herzen! Als ich ihren Artikel gelesen habe konnte ich gar nicht glauben, was sie geschrieben hat. Geschockt weil es ein Junge wird?? Ich kann verstehen, wenn man sich ein bestimmtes Geschlecht wünscht und man enttäuscht ist, wenn es nicht das erhoffte Geschlecht ist (so ging es mir auch bei beiden Schwangerschaften). Gedanken und Gefühle kann man halt nicht abstellen. Aber als ich dann das kleine Herzchen schlagen sah, waren die Gedanken schon wieder weg.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass auch sie dieses Wunder, früher oder später, zu schätzen weiß. Ich wünsche es ihr und ihrer Familie!

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  11. Als ich nach langer Zeit endlich schwanger wurde, habe ich mir so sehr ein kleines Mädchen gewünscht. Einen Jungen konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Dennoch habe ich irgendwie mit einem gerechnet.
    Als es dann hieß, es wird ein Junge, war ich auch kurz etwas enttäuscht. Aber ich habe das kleine Wesen in meinem Bauch keine Sekunde lang weniger geliebt :) Heute ist mein kleines Wunder 7 Monate alt und ich könnte mir gar kein Mädchen mehr vorstellen.

    Es macht mich richtig traurig, so etwas zu lesen. Traurig für all die Kinder, die nur aufgrund ihres Geschlechts womöglich weniger geliebt werden. Man kann nur hoffen und wünschen, dass die Mamas spätestens nach der Entbindung die große Liebe zu ihrem Baby spüren...

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  12. Ja, finde ich nicht schön. Finde aber auch die Kommentare die Mütter die nur Jungs oder nur Mädchen haben nicht gut. Wie oft meine Frau schon gehört hat "Also 2 Jungs möcht ich ja nicht haben" oder "Hoffentlich wird das dritte endlich ein Mädchen". Bevorzugt von Mädchen-Müttern. Das ist nicht schön. Und genauso blöd sind Kommentare wie "Hoffentlich endlich ein Stammhalter", "Egal was es wird, hauptsache der Junge ist gesund"...

    Das ärgert mich inzwischen sehr (Auch wenn ich über "Egal was es wird, hauptsache der Junge ist gesund" in der ersten Schwangerschaft noch gut lachen konnte)

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  13. Liebe Andrea,
    ich wurde in besagtem Artikel mit meinem Tweet zitiert, in dem ich der Autorin versichere, dass sie keine schlechte Mutter ist, weil sie überrumpelt wurde. Und dass sie sich Zeit geben soll. Das meine ich auch nach wie vor. Ich habe in dem Artikel vor allem eines gesehen: eine Mutter, die von ihren Gefühlen überrollt wurde und ein Ventil brauchte, um es zu verarbeiten. Das finde ich grundsätzlich in Ordnung und ich denke wirklich, dass sie, sobald sie zur Ruhe gekommen ist und darüber nachgedacht hat, auch ganz anderes darüber denken wird. Das wird aber eben erst jetzt möglich sein, weil sie ihre Gedanken ausgesprochen hat. Manchmal muss das sein, um sich hier weiter zu entwickeln und voran zu kommen.
    Was mir nicht gefallen hat, und da bin ich ganz bei dir, ist die Tatsache, dass das Ventil ihr Blog war und die Gedanken ungefiltert bzw. ohne ein reflektiertes Ende in den Orbit geschossen wurden. Ich hoffe sie wird in einem späteren Beitrag ihre Gefühle nochmals reflektierter beschreiben und sich sich selbst und ihrem ungeborenen Kind gegenüber erklären. Denn das hat das Kind wohl verdient. Aber vielleicht klärt sie es auch besser im Stillen, vielleicht mit einem Brief an ihr ungeborenes Kind. Ganz ohne auf "Veröffentlichen" zu drücken.
    Lieben Gruß, Wiebke

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  14. Kinder egal wie sie auf die Welt kommen sollten unvoreingenommen und bedingungslos geliebt werden. Wir haben bei der Feindiagnostik um die 24. Woche gehört, dass es ein Mädchen werden sollte. Wir haben uns gefreut.Ein Mädchen,ja das wäre schön. BIS ZUR Geburt gingen wir davon aus.Als unser Baby dann geboren wurde, lag ER vor mir,ich lachte laut und sagte:Michi wir haben einen Jungen. Wir weinten vor Glück und Liebe❤- Ich hoffe,dass das auch so für die werdende Mama und den Papa sein wird.

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  15. Hallo Andrea!
    Mir ging es beim lesen genauso wie dir und ich konnte es nicht fassen. Danke für deine tolle "Antwort" auf ihn!

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  16. Liebe Autorin,

    Gedanken sind frei und sind auf einem Blog oder einem Stück Papier besser aufgehoben als im Kopf. Gedanke, Bewusstsein, Realität - deshalb niederschreiben, um den Gedanken aus dem Kopf zu kriegen.

    Weißt du, wir kämpfen alle für die Enttabuisierung von bestimmten Themen und genau darin sind wir vereint und sollten uns nicht gegenseitig bashen.

    Ich finde es höchst verwerflich jemanden derart anzuprangern für seine Gedanken. Auch wenn du dich bemühst auf eine neutrale bzw. gesellschaftskritische Schiene zu kommen; es gelingt dir einfach nicht. Viel zu häufig beziehst du dich auf den Post und die Autorin und nutzt gleichzeitig viele emotional-angereicherte Wörter. Es ist dein Ärger über die Offenheit und Ehrlichkeit anderer Leute, dem du hier Luft machst.

    Viele Grüße
    Jungerabenmutter.wordpress.com

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    1. Edit: Ich habe jetzt recherchiert und den Original-Post gefunden. Man sollte ja gelesen haben, wenn man mitdiskutiert.

      Ich kann nur sagen, mein Bauchgefühl, dass hier eine Welle um etwas gemacht wird, etwas künstlich aufgebauscht wird, hat sich bestätigt.
      Da ist eine junge Mutter, die sich reflektiert, ihre Gedanken sogar selbst in Frage stellt, an sich selbst zweifelt, sich selber als miserabelste Mutter der Welt betitelt. Bezeichnend ist doch die Stelle: "Das wird definitiv ein Kaiserschnitt! Unterbrach ich mich selbst in Gedanken. Im gleichen Moment war ich schockiert. Ich haderte eigentlich damit, doch nochmal eine Geburt auf natürlichem Wege zu versuchen. Für ein Mädchen. Für einen Jungen wollte ich das nicht? Wow."

      Liebe Autorin von Runzelfüßchen, siehst du das "Wow"? Nimmst du es genauso wahr wie ich? Dieses Wow zeigt einzig und allein, wie verwirrt die Autorin selbst über ihre Gefühle ist und insofern ist es ein Diskurs und ganz entgegen deiner Annahme in einem Kommentar weiter oben, eben doch eine (vielleicht unüberlegte, aber durchaus fruchtbare) Auseinandersetzung mit ihren Gefühlen.

      Sorry, es nervt mich, dass aufeinander rumgehackt wird. Was ist schon falsch daran seinen inneren Monolog aufzuschreiben, die Menschen teilhaben zu lassen an den Gedanken? Was ist falsch daran mutig zu sein, eine Vorreiterin zu sein?

      Ich bin mir sicher, dass wenn die Autorin dieses "skandalösen" Blogposts ihre Kinder selbstbewusst erzieht und sie lehrt offen und ehrlich mit sich selbst zu sein, wird es später auch kein Problem für den ungeborenen Jungen sein, die Gedanken seiner Mutter zu lesen und zu verstehen.

      Viele Grüße

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  17. Du hast so sehr recht!
    Ist doch auch eigentlich komplett egal, welches Geschlecht die Kinder haben. Ich würde mir das zum Beispiel bei weiteren Kinder eher nicht sagen lassen. Weil es total unwichtig ist. Wichtig ist, dass sie unsere Kinder sind und wir alles bestmögliche tun, dass es ihnen gut geht und sie behütet aufwachsen können.

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  18. Also ich bin Mama von zwei wundervollen Jungs die 2Jahre & 8Monate alt sind und ich liebe sie über alles und bin unglaublich stolz auf die beiden.
    Aber auch ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten damit dass sie Jungs sind - denn ich bin in einer Frauenfamilie aufgewachsen. Opa tot, Großeltern andererseits tot, Mutter vom Vater getrennt und Kontakt verhindert, Tante single oder zu weit weg mit Partner.Also nur Mama, Oma und ab und an Tante.
    Ich hatte keine Ahnung wie man denn anständig männliche Wesen großziehen soll?
    Das hat mir Angst gemacht.
    Es war ein Schock als wir es erfuhren.
    Wir hatten uns beide Male ein Mädchen gewünscht.
    Wir waren uns auch einig dass wir die Kinder trotzdem lieben.
    Aber für mich war es schwer eine gute Beziehung aufzubauen und ich weiß immer noch nicht immer wie ich mit dieser Geschlechter-Sache umgehen soll.
    Ich fühle mich da manchmal als würde ich nochmal Laufen lernen ����
    Das ist nichts schlimmes oder verwerfliches. Es ist eben so. Es gehört zu mir und wir leben damit.
    Ich lerne und wachse mit meinen Aufgaben.
    Ich kann also nachvollziehen welche Abgründe möglicherweise hinter solchen Gedanken stehen.
    Trotzdem hast du nstürlich recht damit dass sowas nicht öffentlich ins Netz gehört .

    Alles Liebe

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  19. Wir wurden im Kreißsaal vom Gegenteil überrascht. Es war ein Mädchen angekündigt, doch dann sah es plötzlich ganz anders aus. Enttäuscht war ich niemals darüber denn dieses Menschlein ist mit allem was es hat und ist liebenswert.
    Ich kann eine öffentliche Äußerung dieser Art überhaupt nicht verstehen. Heimlich so denken und fühlen kann man ja (was absurd ist, aber nun gut!). Ich hoffe, dass der kleine Mann geliebt wird und alles gut ausgeht.
    Wirklich traurig, dass solche Artikel überhaupt veröffentlicht werden dürfen!!!

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  20. Ich habe den Artikel ebenfalls gelesen und mich hat er mit Trauer erfüllt. Wie kann man nur sowas grausames schreiben? Ich meine,man sollte doch wissen, dass die Möglichkeit besteht, dass das Kind das irgendwann liest. Und da muss man auch nicht wohlwollend und differenziert drauf eingehen. Sowas ist einfach scheisse,sorry.

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  21. Es ist okay,öffentlich zu machen,dass man so fühlt,obwohl das Kind das irgendwann mal lesen könnte? Na bravo!!!

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  22. Auch ich finde es sehr schade, dass du in deinem Artikel immer wieder die Bloggerin und werdende Mutter für ihre Gefühle und deren öffentliche Äußerung anprangerst. Das ist zum einen sehr anmaßend und ich empfinde das auch als sehr destruktiv.
    Tine

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  23. Liebe Andrea,

    ich habe den Artikel gar nicht als "so krass" empfunden, wie du das zu scheinen tust...Was aber für mich ganz klar wurde: Die werdende Mutter hat ein unheimlich schlechtes Gewissen ob ihrer Gefühle, das hat sie ja auch mehrfach geschrieben.
    Das wird in deinem Artikel, der sich häufig auf ihren Eintrag bezieht, so gar nicht reflektiert, statt dessen prangerst du sie dafür an, dass sie ihre Gefühle öffentlich macht. Das finde ich in der Tat sehr schwierig.


    Es fällt mir übrigens oft auf, dass du in deinen Artikeln über andere Mütter herziehst. Du betonst zwar immer, dass es dir dabei um das Große Ganze geht, aber am Ende des Tages, liebe Andrea, ist es tatsächlich nichts anderes als eine Wertung und ein Hergeziehe deinerseits, sei es nach Begegnungen mit Müttern in der Bahn oder im Rückbildungskurs oder eben nach dem Lesen eines Blogeintrages.

    Was mich angeht, so solltest du es mit diesem Anprangern deiner Empfehlung an Yasmin gleichtun: So im Stillen für sich oder unter Freund_innen und in der Familie äußern.

    Hannah, die nun keine Lust mehr hat deinen Blog zu lesen


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  24. Obwohl ich die Sehnsucht nach einem "Wunschgeschlecht" ebenfalls überhaupt nicht nachvollziehen kann, versteh ich auch nicht, was dieses Posting bringen soll, außer Fronten aufzubauen, wo sich Frauen gegenseitig feindlich gegenüberstehen?

    Ich glaube, die Posterin ist sich sehr bewusst, dass ihre Gefühle problematisch sind. Kann man ja schon in der Überschrift lesen. Und auch wenn ich diese, ihren, Konflikt nicht erlebt habe, gibt es doch für jeden von uns Momente, in denen er problematische Gefühle hat und Fehler macht. Auch das macht uns zu Menschen, dass wir nicht immer perfekt sind.

    Manchmal würde ich mir mehr Frauensolidarität wünschen als gegenseitige Anklage.

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  25. Ach mensch...Auch ich bin dafür Gefühle zu äußern, auch negative, unpopuläre und von mir aus auch öffentlich...Und sicher setzt sich die Autorin auch damit auseinander usw... Aber Leute...Was ist das für eine Welt in der Geschlecht noch so eine Rolle spielt? Wir haben 2017...Ich versteh es nicht. Gar nicht. Was macht ihr rosahellblau Muttis denn alle wenn das äußere Geschlecht auch nach der Geburt nicht in eure zwei Kategorien eingeteilt werden kann? Ja...Auch das gibt es.
    Ich wünsche mir wirklich mehr Schritte nach vorn und nicht zurück bei dem Thema und deswegen bin ich ganz bei dir Andrea. Verstehe deine Gedanken total. Lass dich nicht runter ziehen...Obwohl hier im Blog gehen die Kommentare ja noch...
    GLG Carola

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  26. Da ist es wieder. Das Verurteilen. Das Pauschalieren. Mich macht dein Artikel gerade wütend und traurig. Ich weiß nicht, von welchem Blogpost du redest, weiß nicht, was und wie die werdende Mama genau geschrieben hat. Aber ich weiß, wie sie sich fühlt. Ich habe eine 2,5jährige Tochter und als ich erfahren habe, dass mein zweites, ungeborenes Kind ein Junge wird, war ich sehr unglücklich darüber. Und ich war noch viel unglücklicher, beschämt und voller Schuldgefühle über diese Gedanken. Ich wollte so nicht fühlen, aber ich konnte nicht anders. Himmel, habe ich mich schlecht gefühlt. Was bin ich für eine Mami, die solche Gefühle gegenüber ihres Ungeborenen hat?! Ich hatte so große Angst, ihn nicht so lieben zu können, wie er es doch verdient. Aber ich habe mich und meine Gefühle täglich reflektiert, habe mich getraut, mit anderen darüber zu sprechen (die nicht voreingenommen und anmaßend waren) und mit jedem Tag wuchs die Liebe. Mittlerweile ist mein Sohn 4 Monate alt und ich liebe ihn über alles. Und darüber bin ich unendlich froh und dankbar!

    Dein Artikel hilft niemandem. Er klagt an. Er ist nicht bemüht um Unterstützung und Ausräumen von (Vor-)Urteilen.
    Aber in einem hast du Recht: Muss man wirklich alles sagen?

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  27. ich kann auch nur sagen... lest und versteht den originaltext! da ist jemand ehrlich und verwirrt über seine gefühle.
    ich kann verstehen dass es manche schockiert, aber es gibt genug blogs in denen alles sehr durchdacht und positiv und mit liebe geschrieben wird und das ist doch schön so! aber wenn sich ein blog schon rabenmutter nennt dann ist das auch eine ansage das zu schreiben was andere vielleicht nur mal im geheimen denken und runterschlucken.

    die reaktionen die es hier hervorruft sind interessant. fast alle kommentarschreiber geben zu in den ersten 5 minuten der offenbarung vom geschlecht enttäuscht zu sein!! das hätte ich nicht gedacht!

    schlussendlich ist es auch egal wenn man sieht wie sehr jede mutter ihr kind dann liebt sobald es da ist. bestimmt wird es der autorin auch so gehen und sie wird sich ein leben ohne kleinen mann nicht mehr vorstellen können.

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  28. Natürlich sollten die Kinder möglichst nie von solchen Gedanken erfahren. Dennoch finde ich es gut, wenn es mal öffentlich ausgesprochen wird. Denn glaub mal, als Mutter geht es einem schon schlecht genug, wenn man solche Gefühle hat; das wird nicht besser dadurch, wenn man den Eindruck hat, man sei die einzige auf der Welt, der es so geht. Denn Undankbarkeit und Vorwürfe bekommt man ohnehin schon von allen Seiten. Hauptsache, man reflektiert es und lässt es die Kinder nicht spüren.

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  29. Hallo Andrea,
    ich finde deinen Text irgendwie überflüssig... besonders finde ich schade, dass der Schreiberin des Posts ihre Gefühle nicht zugestanden werden. Ist ja schön, dass du so perfekt fühlst, aber so geht es nunmal nicht jeder... ich habe nach drei fehlgeburten endlich eine intakte Schwangerschaft gehabt und nachdem mir gesagt wurde, dass es ein junge wird, habe ich den ganzen tag geweint - das war so schrecklich für mich... ich wusste nichtmal, dass ich mir ein weiteres Mädchen wünsche und ich fühlte mich so undankbar und schlimm und trotzdem waren diese gefühle da... nur einen Tag, aber sie waren da... (und solchen Frauen, die schon Fehlgeburten hatten, gesteht man ja negative Gefühle sowieso nicht zu - die sollen ja schließlich mal dankbar sein, also besonders dankbar)
    und ich hätte es vielleicht nicht unter klarnamen ins netz geschrieben, aber ich verstehe ihre intention - es tut so gut zu hören, dass man nicht alleine ist mit diesen unfassbaren gefühlen... und weißt du, da spielt so viel rein... meine eigene mutter hat mir immer das gefühl gegeben, dass jungs besser seien - ich hatte angst, dass sie einen jungen mehr lieben würde, als meine Tochter und ich hatte angst, meiner Tochter ein ähnliches Gefühl zu geben... all das wurde mir erst viel später bewusst.
    Du urteilst schnell.
    Und ich finde auch nicht, dass ihr jemadn Beifall klatscht, sondern es gibt Frauen, die dieses Gefühl kennen und ihr sagen, was du auch hättest sagen sollen: Das geht vorbei - du wirst ihn lieben wie verrückt!
    LG Berta
    P.S. Mein Junge ist dann übrigens doch ein Mädchen geworden, aber als ich das erfuhr, war ich eigentlich schon verliebt in die Vorstellung einen Sohnes <3 man liebt, was kommt :-)

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  30. Danke für deinen spannenden Artikel. Und deine guten Worte. Ich arbeite seit vielen Jahren als Hebamme und habe so etwas schon häufiger erlebt. Ich hab vor langer Zeit mal eine Frau betreut, die nach Jahren und vielen Versuchen endlich schwanger wurde. Mit Zwillingen. Das Mädchen hat sie abgetrieben, weil es Trisomie 21 hatte und den Jungen hat sie zur Adoption frei gegeben, weil er das falsche Geschlecht hatte. Ein Beispiel von vielen. So sind Menschen. Ich kann das auch nicht nachvollziehen. Liebe Grüße, Jessica

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    1. Liebe Jessica,

      das macht mich so traurig. Und schockiert mich, das was du berichtest. Es schmerzt und ist grausam. Ich bin sprachlos.
      Danke für deine Arbeit!

      Alles Liebe,

      Andrea

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  31. Liebe Andrea,

    nachdem ich mir den Originaltext eben angeschaut habe, muss ich sagen, dass dein Artikel etwas vom emotionalen Kontext abweicht. Die Frau fühlt zwar diese Abneigung, stellt sie aber bewusst in Frage, betitelt sich ja auch als "miserabelste Mutter der Welt". Ich fühle auch ehrlich gesagt mit ihr...

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mir selber lieber ein Mädchen wünsche und schon irgendwie enttäuscht wäre, wenn es keines werden würde. Und das nicht, weil ich befürchte dann keine rosa Kleidchen "shoppen" und auf Ballettaufführungen gehen zu können oder weil Mädchen braver und kuschelbedürftiger sind (Absoluter Schmarrn!), sondern weil ich selbst ein ungewolltes Mädchen war. Ich bin die Schwester von drei älteren Brüdern, sollte aber trotzdem ein Junge werden. Meine Eltern hatten sich daher auch zunächst während der Schwangerschaft nur Jungennamen rausgesucht und als bekannt wurde, dass ich ein Mädchen bin, wollte mein Vater mich am liebsten abtreiben lassen (meine Mutter hat sich wohl trotzdem gefreut). Mein Vater hat sich bei der Geburt auch nicht blicken lassen. Das bekam ich mit 12 Jahren (!) ins Gesicht geknallt. In "meiner Welt" war es normal, dass der Vater nur etwas mit den Jungs macht (wie z.B. Drachensteigenlassen oder Klettern), während das Mädchen brav Zuhause mit den Puppen spielt, beim Kochen und der Wäsche hilft. Dementsprechend war das Geschrei groß, als sich zeigte, dass ich so ganz und gar nicht deren Geschlechtervorstellungen entsprach, bspw lieber die Kleidung meiner Brüder trug, Horrorgeschichten las, schlagfertig und frech war und mich auch gerne mal prügelte ;-). Auch als ich studieren wollte (mittlerweile schon das zweite MINT-fach), wurde ich gefragt, ob ich nicht lieber eine Ausbildung machen möchte, schließlich werde ich ja bestimmt bald Kinder bekommen und dann ist die Jobsache ja geklärt. Außerdem – Mathematik, Physik… du?? Hmm…. DESHALB möchte ich zuerst lieber ein Mädchen. Mag egoistisch und psycho klingen, aber ich möchte, dass das Mädchen, egal, wie sie sich entwickelt, die Freiheit und Liebe und Unterstützung bekommt, die ich nie erfahren durfte. Das (an ein Mädchen) weiter zu geben, ist mir irgendwie besonders wichtig. Ob dem Mädchen dann noch 5 Buben folgen (übertrieben gesagt) ist mir ganz gleich, nichts ist besser oder schlechter. Daher; wenn es nur Jungs wären, würde ich allesamt abgöttisch lieben, das weiß ich.

    Ich denke, es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum manche Menschen das ein oder andere Geschlecht präferieren. Darüber zu urteilen, ohne die ganze Geschichte oder Erfahrungen zu kennen, finde ich irgendwie falsch. Ist meine Meinung.

    Liebe Grüße

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