Dienstag, 29. November 2016

Papa bloggt: Tragetuch, das ewige Streitthema



Jedes Elternteil, welches schon mal vor einem kaputten Aufzug mit dem Kinderwagen stand, oder nur über eine Treppe das Bahngleis, das Café oder die Drogerie erreichen konnte, wird es verstehen: Tragesysteme oder Tragetücher sind oft sehr hilfreich. Man muss keinen Kinderwagen irgendwo mit einem Schloss anschließen, es gibt keine platten Reifen (ja, es gibt Kinderwagen mit Luftreifen). Dass es für das Kind und für das Elternteil auch schön sein kann, tragend die Welt zu erkunden, hat sich bei vielen Eltern herumgesprochen. Aber irgendwas erzeugt dann doch bei vielen anderen Menschen eine starke Abneigung gegen genau dieses Tragen.

Die Großmutter will einen Kinderwagen


Ich durfte vor kurzer Zeit Aufklärungsarbeit leisten. Mit Herrn Annika umgebunden unter einer Tragejacke war ich in unserer Straße unterwegs. Eine ältere Dame sprach mich an: ich rechnete mit einer Frage nach dem Weg oder der Zeit, aber sie wollte mich etwas anderes fragen: „Ist dem Baby nicht zu kalt unter der Jacke?“ Ich sagte ihr, dass es das Baby schon sehr kuschelig hat. Daraufhin erklärte sie ihre Situation. Ihre Tochter bekäme bald ein Kind und wolle keine Kinderwagen. Sie würden sich darüber streiten.



Muss man sich wirklich über Kinderwagen streiten?


Ich erklärte ihr, dass wir zwar auch einen Kinderwagen haben, aber ich doch oft das Baby trage. Und das Tragen eigentlich ganz gut für das Baby ist, aber ein W
agen manchmal auch praktisch sein kann. So oder so sollte man sich nicht über Pro und Contra von Tragetüchern ernsthaft streiten. Leider kann ich nicht sagen, ob ich sie ein wenig beruhigen konnte. Aber jemand, der wildfremde Menschen in Berlin anspricht, scheint das Thema ernsthaft zu beschäftigen.

Ist die Großelterngeneration nicht offen genug?


Ein paar Tage danach habe ich nochmal darüber nachgedacht, warum für die werdende Großmutter das Tragen so ein Problem war. Ich denke, es ging gar nicht um die Sorge ums Baby oder der Mutter (die vielleicht zu schwer trägt), es ging mehr oder weniger um sie selbst. Eigentlich wollte sie einen Kinderwagen haben, damit sie ihr Enkelbaby spazieren fahren konnte. Aber vielleicht wird sie sich doch mit dem Gedanken anfreunden können, auch mal das Baby zu tragen.

Das ist jetzt modern


Vielleicht habe ich noch nicht richtig hingeschaut: ich sehe oft tragende Mütter, auch tragende Väter, aber seltener tragende Großeltern. Irgendwas Negatives haftet dem Tragen unweigerlich an und zumindest ich kann es mir nicht erklären. Schon öfters habe ich von älteren Menschen (abfällig gemeinte) Sprüche gehört wie „das ist jetzt modern“ oder „ das ist ein Trend aus Afrika“. Eventuell fühlen sich diese Menschen kritisiert, weil man den Kinderwagen als „moderne“ Errungenschaft ablehnt. Aber das ist wirklich nur eine Vermutung von mir.

Kennt ihr Großeltern, die gerne ihre Enkel im Tragetuch oder Tragesystem tragen? Oder habt ihr eine Ahnung, wieso die Abneigung herrscht?

Kommentare:

  1. Das ist wirklich ein brennendes Thema, finde ich auch. Wir haben uns auch gegen den Kinderwagenkauf entschieden, da wir tragen wollten und eben auch den Sinn eines Wagens für Berlin nicht sahen. Unser Eltern fanden aber, sie brauchen einen, um das Baby zu schieben ... Das Ende vom Lied war, dass wir dann einen geschenkt bekommen haben, der allerdings erst richtig benutzt wurde, als Jakob älter wurde.

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    1. Hallo Lea,

      haben denn eure Eltern den Kinderwagen wenigstens häufig selbst genutzt? Zumindest habt ihr nicht viel Geld dafür ausgeben müssen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  2. Ich habe ein 7 Monatsbaby und sowohl Wagen als auch Tragetuch als auch Tragegurt in Benutzung. Meine Eltern tragen beide sehr stolz und gerne ihr Enkelkind und haben auch ihre Kinder zumindest hin und wieder im Tragetuch getragen. Nur mein Großvater ist sich ganz sicher, dass das Tragen unbequem fürs Kind ist. Dass es so gut einschläft ist kein Argument.

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    1. Oh, das klingt sehr spannend und eigentlich sehr schön. Beide Großeltern tragen ihr Enkelkind. Hast Du Deinen Eltern das Tragetuch dann ausführlich erklärt oder mussten sie sich das selbst in Internet aneignen?

      Viele Grüße,
      Alex

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    2. Beide haben wirklich viele bewundernde Kommentare bekommen. Das motiviert! Sie hatten ihre eigene Tragetuchtechnick vergessen und ich habe ihnen das Baby oft eingebunden. Irgendwann konnten sie es selbst. Jetzt habe ich eine Tragehilfe ähnlich einer manduka, damit auch tuchungewohnte Babysitter_innen tragen können. LG

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    3. Babysitter_innen tragen bei euch auch? Das ist ja toll. Tuch binden ist zwar nicht schwer, aber einfacher ist natürlich eine Tragehilfe - damit kann dann fast jeder tragen.

      Liebe Grüße,
      Alex

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  3. Meine Mutter trägt mittlerweile ihr drittes Enkelkind. Allerdings hat sie ihre eigenen Kinder (also auch mich) vor über dreißig Jahren auch schon getragen.
    Sie ist nur ein bisschen neidisch, dass sie damals nicht so eine tolle Auswahl an Tüchern und Tragehilfen hatte.

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    1. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand, der vor 30 Jahren schon seine Kinder getragen hat, bei den Enkelkindern nicht damit aufhört. Irgendwie würde mich ja schon interessieren, wie vor 30 Jahren Tragehilfen aussahen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  4. Ich glaube unsere Elterngeneration ist die Generation "Das haben wir aber schon immer so gemacht" oder "Das haben wir ja noch nie so gemacht".Stoße auch oft auf Unverständnis und Sturheit im älteren Familien- bzw. Bekanntenkreis.

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    1. Finde das sehr schade, wenn die Familie oder Bekannte nicht verstehen, dass oder warum man tragen will. Ich hoffe, Du lässt nicht davon beirren und machst das, was Du für richtig hälst.

      Viele Grüße,
      Alex

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  5. Hallo
    Ein interessanter Beitrag. Meine Mama trägt sehr gerne wohingegen meine schwimu ungern trägt. Ich vermute es hat wirklich was mit dem schieben an sich zu tun und dem zur Schau stellen "schaut alle her das ist mein Enkelkind"
    In den Kinderwagen lässt sich auch besser reinschauen

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    1. Ja, da könnte etwas dran sein. Ein Baby im Kinderwagen zeigt zumindest das Gesicht. Ein schlafendes Baby im Tragetuch (und bei der Kälte) ist ziemlich eingekuschelt und kaum zu erkennen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  6. Hier hat Oma das Tragen abgelehnt, weil sie einfach Angst hatte zu stolpern und mit Baby zu stürzen... wir haben deshalb auch garnicht versucht, sie zu überzeugen. Mit Oma wurde dann eben spazieren gefahren.

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    1. Hallo Nicole,

      das ist natürlich ein wichtiger Punkt. Wer sich nicht sicher fühlt, ob berechtigt oder unberechtigt, und Angst hat zu stolpern, sollte besser einen Kinderwagen benutzen. Schön ist dann nur noch, dass das Baby auch gerne den Kinderwagen mag. Herr Annika mag den nämlich fast gar nicht. Im Gegensatz zum Runzelfüßchen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  7. Also meine Eltern finden es ganz toll, dass wir ihr Enkelkind tragen. Sie selbst schieben trotzdem den Kinderwagen und zwar schlichtweg, weil das leichter ist. Meine Eltern hätten gar nicht die Kraft dafür.

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    1. Hallo Mona,

      es gibt natürlich viele Faktoren, die eine Rolle spielen. Wie rüstig sind die Großeltern und wie schwer ist das Baby. Ein 12 Monate altes Kind zu tragen ist schon etwas anderes als eine 12 Wochen altes Baby. Schön ist, aber dass Deine Eltern das Tragen an sich gut finden.

      Viele Grüße,
      Alex

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  8. Bei uns gab es auch beim zweiten Kind wieder Diskussionen... leider. Meine Eltern versuchen mir dann immer zu sagen, dass das baby im Wagen besser liegt und mehr sieht. Ähm nein, da sieht es in d tragehilfe viel besser. Ums schieben geht es hier nicht, das machen sie leider eh nicht oft. Wir haben einen Wagen als Sportwagen für den Grossen weil mir tandemtragen manchmal zu schwer wird.

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    1. Allein schon, dass Du versuchst zwei Kinder gleichzeitig zu tragen, gebührt Anerkennung. Das Runzelfüßchen läuft zum Glück so gut, dass wir nur noch Herrn Annika tragen müssen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  9. Bei uns trägt die Oma fast immer eins meiner Kinder in Tragesack oder Trageschlaufen, wenn sie zu Besuch ist. Auch der Opa hat früher meine erste Tochter täglich getragen, als wir noch in einem Haushalt lebten. Trotzdem besitzen wir verschiedene Kinderwagen, die aber definitiv weniger zum Einsatz kommen als Tragetuch und Co. Vor rund dreißig Jahren haben meine Eltern noch blöde Kommentare geerntet, wie sie meinen Bruder und mich getragen haben. Heute ist das besser, manchmal sprechen mich auch ältere Leute an und sagen was Nettes.

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    1. Hallo Romana,

      großartig, dass die Großeltern auch die Kinder tragen können. Ich denke, Du hast Recht und vor 30 Jahren war es noch (viel) schlimmer.

      Viele Grüße,
      Alex

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  10. Meine Eltern leben nicht mehr und meine Schwiegereltern haben sich auch schwer damit getan, dass wir keinen KiWa hatten (haben einen Buggy, auf dem man mit einem Adapter für Opa den maxiCosi befestigen konnte).
    Aber: meine älteste Schwester ist 19 Jahre älter als ich, hat eine Enkelin imselben Alter wie meine Jüngste und ist damit für meine Kinder praktisch die zweite Großmutter. Trotz leichter Skepsis (ob sie das mit ihren Rückenproblemen kann), hat sie sowohl Tragetuch als auch manduca getestet und unsere Kinder als Säuglinge nur so mit zum Spaziergang genommen! (Während wir auch mit 2 Jahren noch lieber trugen, nahm sie da lieber den Buggy.)
    Es gibt sie also - die tragenden Großeltern! :D

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    1. Hallo Bettina,

      das klingt doch schön. Irgendwann ab einem bestimmten Gewicht wird das natürlich schwerer - und auf dem Rückentragen ist noch etwas komplizierter als vorne.

      Viele Grüße,
      Alex

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  11. Hi
    Wir hatten von Anfang an eine Kinderwagen und eine Babytrage. Ich war immer der ein Tragefa. Kinderwagen fand ich immer total umständlich. Waren wir doch mal mit dem Kinderwagen unterwegs, hatte ich trotzdem immer meine Trage dabei. Ich liebe diesen Kontakt mit dem Baby und ich denke, dass ein Baby diesen Kontakt mag und vielleicht sogar braucht. Zumindest hatte ich immer dieses Gefühl bei meinem Sohn. Jetzt ist er etwas älter und wird entweder geschoben oder auf dem Rücken getragen.

    Meine Tante (sie ist mittlerweile Großmutter) fragte mich auch, ob das Tragen nicht umständlich sei und schädlich für den Rücken. Sie misstraute dieser Art des Babytransportes. Ich wurde auch oft von älteren Menschen gefragt, ob das Kind denn überhaupt atmen könne...
    Ich denke , dass es sehr abhängig ist von den Generationen. Keine Mode, sondern eine Erleichterung in Großstädten und die Wahrung der Nähe von Mutter /Vater und Kind.

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    1. Hallo,

      ich denke auch nicht, dass Tragen eine Mode ist. Tatsächlich hat unsere Hebamme uns immer darauf hingewiesen, bei dem ganz kleinen Baby darauf aufzupassen, dass die Nase frei liegt. Aber darauf kann man ja achten.

      Viele Grüße,
      Alex

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  12. Ich habe meine 3 Kinder (geboren 1993, 9997 und 1999) alle getragen und hatte jetzt eher das Problem, meinen Schwiegersohn von den Vorteilen des Tragens vor allem in der Großstadt zu überzeugen. Meine Enkeltochter war zum Glück schon als Baby sehr durchsetzungsfreudig und er merkte schnell, dass ihr das Tragen einfach lieber war.
    Ich selbst war allerdings schockiert darüber, wie sehr mich das Tragen mittlerweile körperlich anstrengt, ich schaffe es nicht mehr so lange wie früher, obwohl mein Sohn viel schwerer war als jetzt die kleine Mia (22 Monate).
    Vielleicht ist das der Grund, warum man nicht so viele Großeltern beim Tragen sieht, ich hätte mir das vor 15 Jahren auch nicht gedacht, aber ein Kinderwagen kann schon eine Hilfe sein, wenn einem Kind und Gepäck sonst zu schwer sind.
    Das Tragetuch finde ich noch immer sehr praktisch, weil man auch ältere Kinder oft tragen muss, wenn sie müde sind, mit Tuch fällt das viel leichter als nur so auf dem Arm.
    LG Elke

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    1. Hallo Elke,

      der Kinderwagen kann definitiv auch sehr hilfreich sein. Ich finde sehr interessant, dass Du jetzt Deinen (jüngeren) Schwiegersohn überzeugen musst, dass Tragen vorteilhaft sein kann.
      Ein Tragetuch als Notfalllösung für müde Kinder ist auch einfacher mitzunehmen als ein Buggy.

      Liebe Grüße,
      Alex

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  13. Meine Eltern haben auch beide Enkelkinder getragen und das auch gerne. Im Kleinkindalter wurde dann von ihnen der Buggy bevorzugt, wurde langsam zu schwer. Auch meine Großeltern finden das tragen super und hätten ihre Urenkel liebend gerne getragen, leider ging das körperlich nicht mehr.

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    1. Hallo Zivka,

      bei so vielen Großeltern, die tragen, muss ich nochmal genauer hinschauen, ob ich sie nicht auch in Berlin sehe. Ja, irgendwann werden die Kinder schon sehr schwer und lassen sich nicht mehr so einfach tragen.

      Viele Grüße,
      Alex

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  14. Bei uns mochte meine Schwiegermutter das Tuch von Anfang an nicht. Zusammen Spazierengehen war dann eben “anders“ für sie, als sich das eine Oma vorstellt.
    Sie konnte den Wagen nicht schieben, das ärgerte sie vermutlich sehr.
    Mich ärgerte, das sie in den wenigen Kinderwagenversuchen (der kleine weinte und wollte nicht darin liegen) so herzlos reagierte, der Meinung war, er würde schon noch aufhören zu weinen wenn ich ihn doch nur mal die Zeit dazu geben würde.
    Nie vergesse ich, wie sie das brüllende Kind stolz rumschob bis ich ihn wieder ins Tuch setzte.
    So kam es, das ich ihr diese nähe die man beim Tragen spürt nicht gönnen wollte.
    Sie fragte nie ob sie tragen dürfe, und ich bot es ihr nicht an.
    Wir sind damit bestimmt eher ein Einzelfall. Das hoffe ich zumindest.

    Lg Taly

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    1. Hallo Taly,

      das klingt schon ein wenig traurig. Manche Kinder mögen den Kinderwagen überhaupt nicht - ich würde das dann auch irgendwann abbrechen wollen und nicht versuchen, ob sich das Baby noch daran "gewöhnt".

      Liebe Grüße,
      Alex

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  15. Danke für diesen Artikel- bei uns ist es ganz genauso! Grosseltern lehnen das Tragen ab und haben uns so weit weichgeklopft das wir einen Kinderwagen gekauft haben den wir nicht wollten und der jetzt meistens in der Ecke steht (ausser zu Einkaufen da ist es praktisch für die Einkäuft). Meine Grossmutter denkt auch immer der Kleinen wird zu kalt unter der Tragejacke und es sei ja ein Trend aus Afrika und da wäre es ja auch wärmer etc... Ich halte hartnäckig dagegen und versuche ihr geduldig aber bestimmt zu erklären warum ich trage und welche Vorteile das hat. Ich glaube die Abneigung kommt daher, das das Tragen "alternativ" wirkt und damit als Abneigung und Verneinung des elterlichen Erziehungsstils angesehen wird. Gleichzeitig habe ich in Diskussionen auch schon öfters herausgehört dass es bei krassen Trageabneigern ein hintergründig schlechtes gewissen gibt. Tragende sind meistens Eltern die sich sehr mit ihrem Kind und deren Heranwachsen beschäftigt haben. Indirekt kann das von konservativ erziehenden als Vorwurf aufgenommen werden: sehr her ich trage mein Kind- und du du schiebst es "nur " herum. Es braucht einfach noch etwas Zeit bis sich alle daran gewöhnt haben. Eine Mode ist das Tragen sicherlich nicht.

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    1. Hallo,

      ich denke, Du hast einen wichtigen Punkt. Selbst wenn man als "Trageeltern" niemandem ein schlechtes Gewissen macht oder machen willen, kann die Großelterngeneration eines haben oder sich kritisiert fühlen. Aber wie man das verhindern kann? Vielleicht mit viel reden.


      Viele Grüße,
      Alex

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  16. Ich verstehe, was Du meinst, denke aber viele Grosseltern sind körperlich dazu nicht in der Lage. Selbst wenn man richtig bindet und trägt, kann das schon anstrengend sein, vor allem wenn man es nicht gewöhnt ist. Unsere Kinder waren nicht gern im Wagen; ich habe viel getragen. Unsere Eltern waren so Ende 50/Anfang60 als die Enkel kamen. Ich denke, das ist guter Durchschnitt. Sie sind recht fit, aber doch zwickt hier das Knie, da die Schulter, dort die Bandscheibe. Für unsere Eltern wäre das eine Zumutung gewesen und kein Gewinn. Wir hätten sie nicht vom Selbertragen überzeugen können/wollen. Das finde ich aber auch nicht schlimm. Es gibt genug andere Dinge, die Grosseltern mit ihren Enkeln machen können. Und den Kinderwagenstolz kann ich verstehen. Das gehört halt zum Verständnis dieser Generation. Sie haben dafür andere Qualitäten :-)
    LG von Anni.

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    1. Hallo Anni,

      haben denn eure Großeltern akzeptiert, dass ihr die Kinder gerne tragen wolltet oder war das ein Problem?

      Viele Grüße,
      Alex

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    2. Das war im großen Ganzen kein Problem. Ich bin sicher, Schwiegermutter hätte lieber den Wagen mit dem brüllenden Baby geschoben und Parolen rausgehauen a la "schrei nur - das kräftigt die Lunge". Aber da hatten sie keine andere Wahl. Unsere Babys sind dafür gern auf Opas Bauch mit Opa auf der Couch eingeschlafen. Das ist doch auch schön.

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  17. Also meine Mama trägt unsere Kleine auch gerne mal im Tuch...geht mit ihr spazieren oder auf den Markt! Nun ist sie aber auch grad Ende 40, meinte aber auch, dass vor 20 Jahren noch nur die absoluten "Ökos" getragen hätten.
    Ein Tuch ist (Wenn gebunden und Kind drin) einfach praktischer wenn man in der Stadt unterwegs ist. Auf längeren Spaziergängen im Wald oder am Fluss nehmen Wir aber trotzdem gern den Kinderwagen! Beides hat seine Vorzüge!

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    1. Hallo,

      das Ökoimage sitzt wahrscheinlich noch sehr tief in den Köpfen. Aber ich finde schön, dass Deine Mutter das trotzdem macht.

      Viele Grüße,
      Alex

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  18. Unsere Tochter (18 Monate) haben wir bisher auch sehr viel häufiger getragen als im Kinderwagen geschoben. Sie mochte den Körperkontakt und je nach Stimmungslage war der Wagen eher ein rotes Tuch. Zum Spaziergang auf dem Feld ist er auch völlig ungeeignet. Mein Mann trägt mittlerweile auch mal auf den Schultern. Ich nutze zur Zeit die Vorliebe des Kindes für den Buggy, da ich schwanger die Tragehilfe mit dem Hüftgurt nicht mehr nutzen kann und das Töchterchen das Tuch überhaupt nicht mehr toleriert.
    Die Großeltern waren auf beiden Seiten mehr oder weniger skeptisch. Meine Eltern hatten wohl mit der Zeit auch den Gewichtsaspekt im Kopf, aber ich denke es gab auch einfach eine gewisse Abneigung gegen diese Art des Babytranports.
    Vielleicht liegt es daran, dass es so anders ist als sie es selbst gemacht haben.
    Die Schwiegereltern haben halt gemeint sie könnten das mit dem Tragen nicht und wollten so gern mal das Kind "ausfahren".
    So richtig geht das erst seit ein paar Monaten mit dem Buggy.
    Aber eine richtige Abneigung dagegen gab es auf der Seite der Familie nicht.
    Eine ähnliche Haltung zeigt sich auch beim Stillen über die ersten Lebensmonate hinaus. Während von zu Hause immer wieder angeraten wird doch jetzt mal abzustillen, meint meine Schwiegermutter, dass die Kleine das halt immer noch brauche und es doch gut sei. Aber das ist eine andere Geschichte...

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    1. Wahrscheinlich muss man sich daran gewöhnen, dass die ältere Generation mit dem Thema Tragen oder auch Stillen nicht sehr verständnisvoll umgeht. Ansonsten ist es doch gut, dass zumindest Deine Schwiegermutter dem Stillen gegenüber offener ist.

      Viele Grüße,
      Alex

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  19. Meine Mama trägt ihre fast 8 Monate alte Enkelin sehr gerne, von Anfang an. Nur manchmal traut sie sich nicht, mich zu fragen, ob sie nicht mal tragen dürfte ;-)
    Ich werde auf der Straße sehr oft von der Generation 60+ angesprochen. "Das Baby hat es aber sehr kuschelig" , "Bei Mama ist es eben am schönsten" oder ein trauriges "Bei uns gab es das leider nicht" ist sehr häufig dabei.
    Sogar meine Großmutter (fast 70) hat ihre Urenkelin getragen, als wir dort zu Besuch waren :-)

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    1. Hallo,
      Ich finde toll, dass Du keine negativen Kommentare hören musstest. Dass selbst die Uroma ihre Urenklin trägt, klingt sehr schön.

      Viele Grüße,
      Alex

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    2. Vor drei Jahren hörte ich noch oft "das Baby bekommt doch nicht genug Luft!" Jetzt (2. Kind) höre ich auch nur positives. Keine Ahnung ob es sich geändert hat oder ich etwas anderes ausstrahle?!

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  20. Unsere Eltern sind strikt gegen das Tragen gewesen! Vor knapp 5 Jahren als unser Großer kam, habe ich meinen Mann mit zu seinem Tragetuchkurs bei uns im Geburtshaus geschleppt und so immerhin ihn davon überzeugen können. Jetzt habe ich meine Ausbildung zur Trageberaterin gemacht, ihr könnt euch vorstellen, was für Kommentare da von der Familie kamen... :( Ich finde es wirklich traurig, unsere Eltern wären definitib körperlich in der Lage selbst zu tragen und gerade da sie die Enkel relativ selten sehen, wäre es eine wunderbare Gelegenheit ihnen zu zeigen, dass es außer Mama und Papa auch andere verlässliche Bezugspersonen gibt. Wie geht das leichter als mit einem Kennenlernen so Herz an Herz?
    Aber wie gesagt, alles Reden hilft nichts. Das ist unglaublich traurig, aber ich versuche nun zumindest gute Arbeit bei meinen Kundinnen zu leisten, damit mehr Kinder in den Genuss kommen auch die Großeltern auf so intensive und einmalige Weise kennenzulernen.

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    1. Das klingt sehr traurig, dass Du so viele Kommentare von der Familie bekommst. Wie ich schon in dem Artikel geschrieben habe: ich verstehe diese Abneigung gegen das Tragen überhaupt nicht. Wünsche Dir viel Erfolg als Tragetuchberaterin! Und dass Du viele Großeltern (mit)überzeugen kannst, Babys zu tragen.

      Liebe Grüße,
      Alex

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  21. Meine Mama hat meinen Sohn vor allem am Anfang, als ich mich noch nicht ausreichend vom KS erholt hatte, getragen Sowohl im Tuch, als auch in der Trage. Sie hat es sehr genossen. Inzwischen sieht sie mich und mein Baby so als harmonische Einheit, dass sie sich nicht dazwischen drängeln möchte :)
    Vielleicht sollte ich sie einfach mal fragen, ob sie nicht mal wieder Lust aufs Tragen hätte, die Tragejacke passt ihr bestimmt auch.

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    1. Hallo Sophie,

      ich finde das ist eine gute Idee. Deine Mutter drängt sich ja nicht dazwischen, sondern sie einfach nur zusätzlich für Deinen Sohn da (als Oma).

      Viele Grüße,
      Alex

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  22. Danke für diesen Artikel, der doch mal wieder beschäftigt und hinterfragen lässt! Ich habe beides nutzen können. Im Babyalter meiner Tochter viel die Trage und später der KiWa... Hat alles seine Vor- und Nachteile. Allerdings habe ich hier in der ländlichen Region noch nie jemand Älteren ein Baby tragen gesehen...Selbst junge Leute nur selten..Ich denke schon, dass es da ein Generationen Konflikt gibt. Die Großeltern, der heutigen Eltern sind zum Teil mit den Lehren der Nazi -Ideologie sowie den "Erziehungsratgeber" der Frau Johanna Haarer groß geworden. Damals war dieses Buch "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" quasi das Nun plus Ultra. Die Kinder sollten stark, unabhängig und gefolgstreu werden...Von Empathie keine Spur. Später auch die DDR...nicht gerade Still- und Bonding-freundlich, wenn ich das mal so sagen darf. Teilweise geistern diese "Lehren" heute noch in den Köpfen herum und man muss sich anhören wie schlimm es doch ist, wenn das Baby keinen Vier-Stunden-Trink Rhythmus hat und man nach Bedarf stillt! Wie furchtbar! ;)

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    1. Hallo Bianca,

      das ist eine interessante Theorie. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass solche Thesen und Vorstellungen aus dem 3. Reich länger im kollektiven Gedächtnis bleiben als wir uns vorstellen können und wünschen würden.

      Viele Grüße,
      Alex

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  23. Wenn ich mein Vögelchen ins Tragetuch binde, erzählt meine Mama immer ganz begeistert, wie sie mich damals (Ende der 70er) im "Easy Rider" getragen hat und wie toll das Teil war. Mit unserem Tragetuch kommt sie gar nicht klar, was aber eher an Bequemlichkeit und mangelnder Übung als Wirklicher Ablehnung liegt. Mein Mann hat für sich jetzt einen Mai Tei bestellt, den wird sie bestimmt auch benutzen. :-)

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    1. Jetzt, wo ich so drüber nachdenke, habe ich tatsächlich nie jemand älteren mit Tragling gesehen.
      In den Köpfen meiner Schwiegereltern existierte das Tragen einfach gar nicht. Die waren erst Mal nur entsetzt, weil wir einen gebrauchten Kinderwagen statt eines neuen kaufen wollten. Mittlerweile sind sie selbst begeisterte second Hand Käufer (aber das ist eine andere Geschichte). Als nächstes waren sie dann vom Tragetuch und später dem Tragesystem irritiert. Aber nachdem sie sahen, das das Baby nur darin zufrieden war, war es OK. Oma ist nicht mehr so fit, die bräuchte den Kinderwagen eher als rollatorersatz. Opa traute sich irgendwann sogar selbst an die manduca.
      Bei meiner Mutter war es ähnlich. Die findet es gut, dass wir tragen, würde es aber selbst nie versuchen, da sie nicht so fit ist.
      Ich könnte mir vorstellen, dass das bei vielen Älteren der Grund ist.

      Ich selbst bin auch fast immer mit beidem unterwegs und Frage mich wie Leute ohne Kinderwagen auskommen? Nach 2 Stunden tragen tun mir Rücken oder Schultern weh... Und vor allem: wo bringt ihr das ganze Gepäck unter?
      Wenn ich unterwegs bin, heißt das: 7,5 Kilo Baby, Wickeltasche, Umziehsachen für Kind1+Kind2, Trinken+Essen für alle und dann eben noch die Einkäufe.
      Je nachdem eben Kind auf mir, Gepäck im Wagen -oder umgekehrt.

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  24. Bei uns trägt der Opa genauso gerne, wie er schiebt. Zugegeben, anfangst musst man ihn etwas überzeugen, aber als er seinen kleinen Enkel das erste Mal seelig schlafend herumgetragen hatte, verstand er, warum wir das tun :)

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