Freitag, 13. Februar 2015

Mama ist krank - Übers Kranksein mit Kind

Mama ist krank Runzelfuesschen


Ich war letzte Woche krank, irgendwas mit Erkältung. Ich war vollkommen schlapp und teilweise wirklich unfähig mich zu bewegen. Soweit, so normal. Aber, die Krux ist ja, dass ich krank und dennoch Mutter bin. Das sehr aktive Runzelfüßchen hat leider nur bedingt Verständnis für eine Mama, die plötzlich nicht mehr durch die Wohnung hüpft und auch sonst relativ wenig aktiv ist.



Plötzlich krank - unterwegs mit Kind


Die Grippe kam ganz plötzlich, ich war mit dem Runzelfüßchen im Tragesystem unterwegs und plötzlich ging irgendwie nichts mehr. Sie wurde mir zu schwer, ich konnte nicht mehr richtig atmen und wollte mich nur noch ausruhen. Aber wir waren noch ein Stück des Weges von Zuhause entfernt. Meine Tochter kann ja schon laufen, aber genau an diesem Tag wollte sie nicht. Sie lief wenige Schritte und blieb dann stehen, gestikulierte, dass sie auf meinen Arm wollte. Also Zähne zusammen beißen und durch.

Mama ist krank


Ich hatte das Gefühl, kaum noch die Treppe hochzukommen. Zum Glück wollte das Runzelfüßchen das allein versuchen. Endlich in der Wohnung angekommen ließ ich mich aufs Sofa fallen. Ich konnte einfach überhaupt nicht mehr. Mein Kind, das zeigte sie deutlich, wollte sich um mich kümmern. Sie streichelte mir das Gesicht, holte Bücher und war ganz ruhig. Ganz anders als sonst, aber vermutlich hat sie gemerkt, dass es mir wirklich nicht gut ging.

 

Unterstützung nötig


Als mein Mann nach Hause kam, hat er sich sofort um unsere Tochter gekümmert. In der Nacht schlief ich schlecht, so ist das wohl, wenn man verzweifelt versucht sich richtig auszuruhen. Der nächste Morgen kam und mir ging es noch schlechter (ob das überhaupf geht?). Meine Tochter aber war fit und aktiv und wollte Dinge erleben. Sie konnte einfach nicht verstehen, dass ihre Mama auch an Tag Zwei noch krank war. Ich versuchte also vom Sofa aus mein Runzelfüßchen zu bespaßen.

Kind langweilt sich mit kranker Mama


Der Erfolg davon war sehr kurzfristig, meine Tochter spielt nicht gern allein. Sie will mit Mama oder Papa gemeinsam Dinge angucken und erforschen, oder zumindest sehen, dass wir ihr beim Erkunden zugucken. Also schleppte sie all ihr Spielzeug auf die Couch, Stück für Stück. Und ihre Bücher. Innerhalb von kurzer Zeit war das Sofa übersäht von Spielzeug, aber meine Tochter glücklich. Nach einer halben Stunde wurde ihr aber langweilig, sie wollte die Wohnung erkunden.

Kind entdeckt mit Katze die Wohnung


Das geht allein aber schlecht, sie rief also die Katze zur Hilfe. Ich verschloss Küche und Badezimmer und ließ sie machen. Kurze Zeit später hörte ich sie aus dem Schlafzimmer jauchzen, sie hatte entdeckt, dass sie die Klamotten alle einzeln aus dem Kleiderschrank ziehen kann. Ich ließ sie gewähren, aus zweierlei Gründen. Zum einen, weil ich eben vollkommen ermattet auf der Couch lag, zum anderen, weil ich der Meinung bin, dass Klamotten nur Klamotten sind und die sich einfach wieder in den Schrank räumen lassen. Soll mein Runzelfüßchen doch Spaß dabei haben.

 Mann arbeitet im Homeoffice


Beim Mittagessen wählte ich den Weg des geringsten Widerstandes. Es gab Milchreis mit Apfelmus. Einfach zuzubereiten und es erfordert kein ständiges Stehen. Und zum Glück wollte das Runzelfüßchen anschließend Mittagsschlaf halten. Als wir aufwachten, war mein Mann da. Er hatte beschlossen im Home Office zu arbeiten und mich zu unterstützen. Ich war und bin ihm unendlich dankbar dafür. Denn auch in den nächsten Tagen unterstützte er mich auf diese Art und Weise.

Kranksein im Leben mit Kind


Früher, in diesem Leben vor dem Runzelfüßchen war ich auch krank. Und lag im Bett, habe viel geschlafen und mich richtig auskuriert. Nun aber muss ich mich zuerst um meine Tochter kümmern, egal ob ich krank bin oder nicht. Und ich habe die Unterstützung meines Mannes. In diesem Moment, und das war wirklich das einzige Mal, habe ich gedacht, dass es eine Hilfe wäre, wenn meine Tochter im Kindergarten wäre. Oder wir einen Babysitter hätte, der sie bespaßen würde. Aber vor allem habe ich eins gelernt:

Großen Respekt für Alleinerziehende


Ich finde es unglaublich, auch nur darüber nachzudenken, wie Alleinerziehende diesen Kraftakt wuppen. Dafür meinen tiefen Respekt. Ich sage das nicht nur, ich meine das wirklich. Ich komme in einer Woche krank sein an meine Grenzen, und das, obwohl ich mich abends zurücklehnen und entspannen kann. Alleinerziehende hingegen haben diese Unterstützung nicht, sie versorgen ihre Kinder und kommen erst dann zur Ruhe, wenn alle schlafen. Sie tragen all die Verantwortung allein, das ist immens und für mich nicht vorstellbar. Eine Woche Kranksein hat mich auch Demut gelehrt!

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diesen Text. Das tut mir gut zu lesen, denn es ist wirklich schwer vorstellbar, wie Scheiße es ist, wenn man Kinder versorgen muss, wenn es einem richtig schlecht geht. Und wenn man niemanden hat, der hilft.

    Viele Grüße,
    Christine

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  2. Liebe Andrea,
    diese Demut habe ich auch gelernt und ich habe auch gelernt, vielleicht einmal mehr als "nötig" meinem Mann oder andern Unterstützer dafür zu danken das sie mir helfen.

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  3. Ohja das kann ich auch so sagen. Mein Mann ist nur am Wochenende da, eine Familie haben wir auch nicht die mal einspringen kann. Wenn man selbst krank ist ist das immer der supergau mit zwei Kindern!

    Gruss
    Maike

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