Mittwoch, 2. April 2014

Gedanken übers Stillen und Beikost

Runzelfuesschen Stillen und Brei


Das Runzelfüßchen nimmt nicht mehr zu. Jedenfalls nicht genug. Was sie sich in den letzten Monaten an Vorrat angefuttert hat (ja, sie war ein gutes Stillkind) schmilzt langsam dahin. Das ist momentan noch nicht besorgniserregend, aber sie bewegt sich bereits im unteren Drittel der Normalgewichtstabelle. Sagte die Kinderärztin. Denn nicht nur, dass meine Tochter nicht mehr zunehmen will, das was sie bekommt spuckt sie manchmal auch im hohen Bogen wieder aus. Daher der Absicherungsbesuch bei der Ärztin.


Brei fürs Runzelfüßchen


Die sprach nun aus was ich gefürchtet hatte: "Ihre Tochter ist doch jetzt fünf Monate. Eventuell reicht ihr die Muttermilch nicht mehr. Sie können ja ganz langsam mal mit der Beikost beginnen. Ganz ohne Zwang, einfach mal so 2, 3 Löffelchen. Das ist nicht schlimm und nebenbei stillen Sie eben weiter."

Muss das sein?


Für mich war das aber irgendwie schlimm. Ich fühlte mich verraten. Immerhin wollte ich doch unbedingt die ganzen sechs Monate vollstillen. Mindestens.Stattdessen sollte ich ihr nun (zu) früh Brei anzubieten. Klar, dazu würde ich auch weiter stillen. Aber eben nicht ausschließlich. Das erste Mal in ihrem Leben würde richtiges, echtes Essen ihre Darm passieren. Gemüse, das ich nicht eigenhändig gezüchtet hatte, sondern bei dem ich dem Biomarkt um die Ecke vertrauen musste, dass es unbehandelt war.
Wollte ich das überhaupt, Breiernährung?  Es gibt ja auch breifreie Ernährung... Und sowieso ist doch Muttermilch das Beste. Da wäre doch die logische Konsequenz, eben das möglichst lange fortzuführen, ausschließlich. Machen andere doch auch.  Darüber hinaus, wenn das Runzelfüßchen vermutlich nur 2 oder 3 Löffelchen mampft, dann kann ich das doch auch gleich weglassen. Davon wird sie doch nicht zunehmen...

Loslassen ist gar nicht so einfach


Ich merke, wie schwer es mir plötzlich fällt meinem Kind ein Stück weit die Welt zu öffnen. Das hätte ich nie gedacht. Irgendwie sind das Runzelfüßchen und ich in den letzten Monaten natürlich auch durch das Stillen soooo eng aneinander gewachsen, dass dieses erste Loslassen mir nun gar nicht recht gelingen will. Vermutlich geht das allen Mamas so, aber momentan habe ich daran sehr zu knabbern. Aber natürlich will ich, dass mein Baby wächst und gedeiht. Deswegen bekommt sie selbstverständlich nun auch feste Nahrung, wenn es das ist was sie braucht. Sie wird unabhängiger, und auch wenn ich weiß, dass mein Baby mich noch sehr sehr lange brauchen wird, sie wird ein Stücken unabhängiger von mir. Und daran habe ich zu knabbern, während ich mich gleichzeitig darauf freue, ihr eine vollkommen neue (Geschmacks)Welt zu zeigen. Irgendwie sind da wirklich zwei Seelen in meiner Brust. Aber da muss eine Mutter wohl durch.Plötzlich sehe ich den alten Spruch von Goethe mit ganz anderen Augen: Zwei Dinge sollten Eltern ihren Kindern geben. Wurzeln und Flügel.

Mit den Flügeln habe ich wohl momentan so meine Probleme. Aber wie war das denn bei euch, liebe Leserinnen? Ging das problemlos? Stelle ich mich zu sehr an, enge ich mein Kind gar ein? Oder sind diese Gedanken einfach vollkommen normal? 

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